Mannheim
Compact Memory

Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1903-01-01 · Heft 6 · p. Seite 489

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
47 (1903)
Issue
Heft 6
Article
Die Wiederherstellung Israels unter den Achämeniden
Date
1903-01-01
Page
Seite 489 (sequence 9)
Language
German
Belongs to
article
OCR quality
94% known words query
IRI
…/2829132-2829768-2829775-2884928--32353-2884952
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

Die Wiederherstellung Isnuds unter den Anhiimoniden. 489 Zwecke der Vorbeugung man eher ganz lbrnliegomler Wider- Sprüche vorgenommen haben soll, während er selbst andererseits in derselben Erzählung, ja häufig innerhalb desselben C«mtextcs, die plumpsten und sinnlosesten Widersprüche und Unmöglichkeiten nicht gemerkt haben soll. Was sollte z. B. den Chronisten bewogen haben* manchen Momoiren ihre .Ich-Form zu belassen, andere aber in die dritte Person hinzu formen V Warum schleicht der Chronist häufig auf unzähligen Umwegen und krummen Pfaden, während er dasselbe Ziel viel einfacher und leichter an Ort und Stelle hätte erreichen können‘.' Warum wendet der Chronist so oft so ungeheuer viel Scharfsinn und Spitzfindigkeit auf, um manches Geringfügige und ganz Minderwiehtige zu erreichen, während er auf viel kürzerem Wege das für ihn Bedentendste ur.d Wichtigste hätte erreichen können? Warum hat der Chronist so viele Verse hinzu eombinirt. und dabei dennoch alles im höchsten Grade lückenhaft gelassen? Diese und noch zahlreiche ähnliche Fragen drängen sich dem Leser in jedem (1apitel auf, ■wenn man die Hypodiesen der meisten Exeget cn näher untersucht. Alle diese Schwierigkeiten glauben wir durch unsere Darstellung gehoben zu haben. Wir haben im Laufe der Untersuchung auch gesehen, wie jeder Versuch, der darauf ausgeht, den Berichten der!Lieber Ksra und Nehcmia die Geschichtlichkeit. halb oder ganz abzusproehen, grundlos und zwecklos ist. Die frappantesten und scheinbar handgreiflichsten Beweise verschwinden spurlos, sobald inan ihnen kritisch näher tritt. Eis ist nicht überflüssig, liier zu bemerken, dass es unserer Ueberzeugung nach die Pflicht jeden wohrheitsliebenden Untersuchung ist, bei der kritischen Prüfung irgend einer Behauptung und ganz besonders dann, wenn sich dieselbe als unhaltbar erweist und man sich gonüthigfc sieht, eine andere an deren Stelle zu setzen, auf die Argumente und Beweise, die zu dieser Behauptung Anlass gegeben haben, näher einzugehen und sie kritisch zu prüfen,. Nicht also die Sucht nach dem Polemieiren trieb uns dazu, die zahlreichen Argumente des Herrn Kosters zu beleuchten, sondern einzig und allein das Streben, ihm gerecht zu werden. Hat er doch seine sonderbare Umwälzung und Vernichtung dieser beiden Bücher auf Grund seiner Beweise herbeiführen zu müssen geglaubt. Wie durften wir demnach seine Behauptungen für unrichtig erklären, solange die von ihm beigebrachten Be-

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.