Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 47 (1903)
- Issue
- Heft 6
- Article
- Die Wiederherstellung Israels unter den Achämeniden
- Date
- 1903-01-01
- Page
- Seite 488 (sequence 8)
- Language
- German
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48s Die Wiederherstellung Israels unter uen Ac.hiuncmulen. mchit, habe sich Nehemia später den abseitigen Hass und vielfache Verfolgung zugezogen, u. zw. sollen ihn die Pro- })beten wegen seines strengen Vorgehens bezüglich der Mischehe und die Priester ebendeswegen wie auch noch wegen der Entziehung der Abgaben gehasst, verfolgt und beim König verleumdet haben, so dass er in Schmach und Verachtung Jerusalem verlassen musste (Gelbhaus, Nehemia^ und seine sozial-politischen Bestrebungen, Wien 1902 S. 31—40). Er soll dann nochmals nach Jerusalem gekommen sein, dort noch zerrüttetere Zustände vorgefunden haben, durch sein wiederholtes strenges Vorgehen nochmals verfolgt und aus Jerusalem verbannt worden sein (ibi 42—44). Die Ilauptquelle tiir diese gemüthsorschüttenulen und herzzerreissenden Erzählungen hat Gelbhaus im Psalm 140 gelunden. Schade, dass Gclbhaus den Nehemia auf seinen weiten Reisen zwischen Jerusalem und Susa nicht auch die OdysseYschen Irriahrten hat durchmachen lassen, denn auch dafür iiesse sich mancher Psalm ausfindig machen. Auch über die Herkunft Nehemias und über seine Steilung in Persien weiss Gelbhaus vielerlei sonst Unbekanntes zu bcrichten. So z. B., dass Neh. schon in Persien die Stellung eines Exilarchen der dortigen Judenheit inne hatte, dass er enorm reich war, dass er Davidischer Abkunft war, dass er auch für sich einen grossen Palast erbaute u. s. w, (Gelbhaus ibi 10, 20, 22, 24, 32). Man sieht, dass die Lorbeeren Hugo Wincklers den Rabbiner Gelbhaus nicht schlafen li essen, * . _ * Wir sind am Ende unserer Untersuchung angalangt und glauben den Leser überzeugt zu haben, dass man deu Gang der Handlungen in den beiden Büchern richtig erfassen kann, auch ohne den Chronisten der Kopflosigkeit, Oberflächlichkeit und Unwissenheit und noch zahlreicher anderer Schwächen zeihen zu müssen. Ja, wir haben sogar gesehen, dass man trotz dieser sonderbaren Zumuthungen an den Chronisten immer noch vor vielen unlösbaren Räthseln steht, welche verschwinden, sobald die Voreingenommenheit gegen den Chronisten nicht im Spiele ist. Ist es doch derselbe Chronist, dem man, wenn die Hypothese •es erwünscht erscheinen lässt, Interpolationen von Sätzen und Halbsätzen, ja sogar von einzelnen Worten zutraut, die er zum