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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1903-01-01 · Heft 5 · p. Seite 461

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
47 (1903)
Issue
Heft 5
Article
Über Abraham bar Chijja's "Buch der Enthüllung"
Date
1903-01-01
Page
Seite 461 (sequence 15)
Language
German
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Uder Abraham bar Chijjas Buch der Enthüllung־. 401 der Natur oder auch der Ordnung nach voran; nach den Sehöpfungstngen gehen sie einander der Natur und auch der Zeit׳ nach voran. Dagegen geht das zur Wirklichkeit gelangte Ding dem nur der Möglichkeit nach existiremlen in der Rangstufe voran, weil das Mögliche erst durch die Wirklichkeit zur Existenz gelangt, während die Möglichkeit der Wirklichkeit der Natur oder nach der Schöpfung auch der Zeit nach vorangeht. Die Zeit hatte also, wie die anderen geschaffenen Dinge, vor der Schöpfung nur eine Existenz der Möglichkeit nach und ist erst durch das erste Sein“»- pfungswort zur Wirklichkeit geworden.1). liat aber die Zeit, wie sie einen An fa 11g hat, auch ein Ende‘? Wie Manche unter den heidnischen Yölkern sich zu der ketzerischen Ansicht bekannten, dass die Welt keinen Anfang ha Ix; und dass die Zeit ewig sei, d. h. keinen - Anfang und kein Ende habe, so wurde von Manchen auch die Behauptung auigesteilt, dass die Zeit zwar einen Anfang, aber kein Ende habe, sondern sich bis in das Enendliche fortbewege. Das aber ist eine nicht minder ketzcrische Behauptung.. Nach der Ansicht der Forscher kann nämlich das Unendliche nicht gewusst und von keiner Erkenntniss begriffen werden. Nun aber würden, wenn Die Zeit unendlich wäre, die von der Möglichkeit zur Wirklichkeit gelangenden Dinge unendlich viele sein, das göttliche Wissen sie also nicht umfassen können, wodurch das göttliche Wissen als unvollkommen gesetzt würde. Hat aber Gott alle von der Möglichkeit zur Wirklichkeit gelangenden Dinge gewusst, so müssen diese endlich und begrenzt sein, und da die Dinge von der Möglichkeit zur Wirklichkeit in der Zeit gelangen, so muss auch die Zeit endlich und begrenzt sein2). Die speculativen Philosophen hingegen be- L) Fob 181 a. Auch Plato siebt sich durch die Annahme eines Weltanfangs zu de! Behauptung genüthigt. dass die Zeit erst mit der Welt entstanden sei (Timaeus 37 D, 38 C vgl. Zeller, Philosophie der Griechen iE, S. 510. 521). — An einer spätem Stelle Pforte II fob 196b führt A. b. Ch. aus, dass unter der im Bericht über den ersten Schöpfungstag zuerst erwähnten Fi 11 stern iss (יחשך עי פגי תהום> die Zeit zu verstehen sei, die den anderen Dingen in der Scüüpfung vorar.gegangen sei, weil es kein Ding giebt, das nicht zu der Zeit in Beziehung steht. Finsterniss aber wird die Zeit hier genannt, weil sie nichts Sinnlichwahrnehmbares und Körperliches und nichts an dem Körper Haftendes ist und ihre Existenz nur im Denken hat. 2) Fol. 181 b: וכש־דעגו שהזמן יש לו תחלה אגי רואים עתה לבקר ויחקור דרש לו תכלה. כאשר יש באומות העולם מי שכובד בעיקר ואומד אין

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