Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 47 (1903)
- Issue
- Heft 5
- Article
- Über Abraham bar Chijja's "Buch der Enthüllung"
- Date
- 1903-01-01
- Page
- Seite 458 (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 93% known words query
- IRI
…/2829132-2829768-2829774-2884810--32314-2884897- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
45S lieber Abraham bar Chijjas Buch der Enthüllung. stände, die, von den beiden anderen durchaus verschieden, weder eine Form, noch die Privation einer solchen darstellen, sondern an don Dingen haften und zu ihnen in Beziehung stehen, die, für die Sinne unwahr ne hml>ar, nur eine geistige Existenz Laben und von der Vernunft wahrgenommen werden. Ein solcher Zustand ist die Zeit. Von ihr kann man nicht sagen, dass sie eine Form darstelle, da sie den Sinnen nicht wahrnehmbar ist, noch dass sie eine Privation der Form darstelle, da sie, keiner Form zugänglich, auch einer solchen nicht verlustig gehen kann. Eine kindische und keine wissenschaftliche Vorstellung aber wäre es, die Zeit als das am Tage vorhandene Licht und die in der Nacht vorhandene Finsterniss zu erklären, denn Licht und Finsterniss sind nicht die Zeit selbst, sondern sie existiren in der Zeit, und Tag und Nacht sind nur die Namen für das Licht und die Finstcrniss, die in der Zeit existiren, oder für das Maass der Existenz des Lichtes und der Finsterniss. Wie das Licht und die Finsterniss, so existiren auch alle anderen Dinge in der Zeit; die Zeit selbst aber hat keine Existenz und keinen Bestand, wie die Bewegung der Sphäre keinen Bestand hat. Die verflossene Zeit ist, weil eben verflossen, nicht mehr vorhanden; die künftige wieder ist etwas Potentielles, das noch nicht zur Wirklichkeit geworden ist. Aber auch der gegenwärtige Augenblick ist nichts Bestehendes, sondern etwas FJiessendes, das mit den im Fluss begriffenen Dingen bewegt wird. So kann es auch eine sinnliche Wahrnehmung weder von der verflossenen, noch von der zukünftigen Zeit geben, und ebenso wenig von der gegenwärtigen, die weder einen Augenblick dauert, noch eine Form hat, mithin der sinnlichen Wahrnehmung nicht zugänglich ist. Man h a t d e m g e m äs 3 die Zeit bestimmt als Etwas, wa s an den Dingea haftet und zu ihnen in Beziehung steht, in dem die Dinge existiren, was selber aber nur in;א׳־ר וקרא את מציאותו יצירה מפגי שיש לו צורה והחששה, והחושך אשר אי לו [צורה] והוא אפיסת צורת האור ואבידתה אמר עליו ובורא חשך וקרא למציאותו בריאה ובעת שהחשך :מצא בעולם כידוע שהאור עומד בכה להמצא ולהראות, ונמצא כאלו אמר הכתוב מוציא אור לידי מעשה” ומעמידו בכח כי אין מציאות החשך אלא עמידת האור בכה לצאת םם:י שאין לחשך צורה ולא חששא שישלוט עליו אחד סחוששי הגוף וגו•. Vgl. Hegjon S. 31 a, wo dieselbe Anschauung, aber nicht im eigenen Namen vorgetragen wird.