Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 47 (1903)
- Issue
- Heft 5
- Article
- Die Vorlesungen Ad. Harnacks über das Wesen des Christenthums
- Date
- 1903-01-01
- Page
- Seite 442 (sequence 9)
- Language
- German
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442 Dio Vorlesungen Harnac.ks über das Wesen dos Christonthums. Thron be.sondern Erinnerungen und Hoffnungen Jüngere- 1 >e11y fanden sie in ihrer jüdischen Umgebung keine* grössere oder feindselige Beachtung und waren noch mein*, als durch ihren Glaubon an Jesus, durch ihre I) iinion en besc liwörungen und W u 11 d e r h e 1 נ u n gen bekannt1). In diesen! Yerhältnisse trat erst mit der Zerstörung des Tempels und des jüdischen Staates eine Aemlcrung ein. Diese erschütternden Ereignisse erschienen den Christen wie ein Gottesgericht für die Verwerfung ihres Messias. Mit Hinweis darauf und mit grösserem Eifer suchten sie jetzt ihren Glauben zu verbreiten; sie traten in eine immer mehr g<־gon!ditzliche Stellung zu den *Schn{!gelehrten und mit. der Zeit auch jn eine feind* selige zu clon Hoffnungen und Bestrehungch ihrer Yolksgenossen auf Wiederherstellung des Tempels und AbscluUrelung des *Inches der Körner. Sie wurden den Juden des Verrathes und der Angeberei bei diesen verdächtig und. da die Gefahr der Zeiten zur Kennzeichnung und Bekämpfung aller feindseligen auflösenden Elemente in deren Mitte drängte, wurden sie, mit noch andern Ketzern, Denunciantcn und Abtninnigen von den Lehren und Sitten des Judenthums, aus dessen Gemeinschaft förmlich : usgeschlossen־). Und in das tägliche Gebet wurde eine Bitte eingeschaltet, die um Zerstörung der Hoffnungen dieser Gegner und um eine baldige Yerniehtung aller derer, die Böses thun, *batn). Ihr persönlicher Verkehr mit den Juden dauerte aber fort: Den Schn!!gelehrten trugen sie häutig ihre biblischen Beweise für die Messianität Jesu, dessen Auferstehung und Himmelfahrt vor. Diese bemühten sich, sie zu widerlegen, empfanden aber solche Religimngespräche meistens eis eine Belästigung1־), der sie sich, soviel sie konnten, entzogen. Eitle Verständigung auf diesem Gebiete war nicht möglich. Yon den Kirchenväter n werden die J ii d e n c h r i 81 e n zuletzt noch im 4. Jahrhundert als kleine Gemeinden in Bella, Beröa, Kochaba, Paneas und andern Städten des Ostjordanlandes ,erwähnt. Die übrigen christlichen Gemeinden in den gri ech i sch e n Städten Palästina^, insbesondere in Cä- ג) Vgl. Graotz, Gescb. IV8 88 ff. Haus rat h II2 330 f. n. die Audi. dazu. Cliwolson, a. a. 0. S. 99 ff. Dcre1\bourgv essai sar l'hist. de la Palestine 354 ff. 8) Joel, Blicke in die Reügionsgesch. I, 30 ff.;!) Eibogen, Gescb. des Achtzehngebetes, Sl ,ff. <) Kohel. rabba zu l, 8.