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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1903-01-01 · Heft 5 · p. Seite 438

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
47 (1903)
Issue
Heft 5
Article
Die Vorlesungen Ad. Harnacks über das Wesen des Christenthums
Date
1903-01-01
Page
Seite 438 (sequence 5)
Language
German
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43S Die Vorlesungen Harniicks über das Wesen dos Christentbums. Die Erzählungen der Apostelgeschichte von gesetzes- und tero p elfe ind lieb en Ansichten, die bald in der ersten Christengemeinde Jerusalems hervorgetreten, insbesondere durch Stephanus ausgesprochen worden seien und seine Steinigung zur Folge gehabt hätten, haben Forscher, wie Schwegler und Overbeck mit Recht als die Hinein« tragung später entstandener heid en ehr ist lieber Auflassungen in die Jerus niemische■ Mutter gemein de bezeichnet und ebenso der weiter nicht bezeugten ]Nachricht über die Steinigung des Stephanus die geschiehtliehe Glaubwürdigkeit abgesprochen1). Wo immer wir Jesus in den Evangelien im Kample mit den Pharisäern und Schriftgelehrten sehen, bestreitet er nicht ״das Gesetz״ an und für sich, wie es später Paulus that, sondern nur einzelne rabbinische Erweiterungen desselben, oder solche, die, wie die Roinheitsgesetze, ausserhalb des Tempels rein freiwillige YerpHichtuugen waren und auch den Pharisäern selbst nur als eine Art Ordensregel galten2). Er selbst sprach zu seinen Jüngern in einer seiner letzten Reden, in der er auf kommende stürmische Zeiten hinwies, ״betet, dass eure Flucht nicht an einem Sabbathe geschehe3)״. Als clio Pharisäer ihm Vorhaltungen darüber machten, dass seine Schüler Aehren am Sabhath ausra uften, da entschuldigteer das als einen Xoths tan d, verwies auf ähnliche biblische Beispiele und sprach zu ihnen: ״Der Sablath ist nur des Menschen willen gemacht und nicht der Mensch um des Sabbaths willen“. Das war die Anwendung oine.s Grundsatzes, den die Schriftgelehrten selbst für Fälle der Gefährdung des Lebens aufgestellt haben, und der im rabbinischen Schriftthum in der Fassung ״ לנס שבת ססורח יא' אתם טסררים לשבתeuch ist d3־r ־Sabbath übergeben, nicht aber ihr dein Sabbath“ überliefert ist4■).' Jedoch nur das Evangelium des Marcus hatdiese den Pharisäern gegenüber zutreffende Antwort5). Matthäus undLucas'3) lassen Jesus dafür sagen: ״des Menschen Sohn ist Herr auch über den Sabbath״. Dieser Satz ist aus den andern Evangelien l> Overbeck, Comm. z. c. 7. vgl. Schenkels Bibellexikon V, 3U0 ff. Mischsa u. Tosifta. Demai 2, 3. ף י Matth. 24, 20. 4) Mecbilta zu II B. M. 31, 14, 2, 27. 12, 8 u, 6. 5.

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