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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1903-01-01 · Heft 5 · p. Seite 431

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
47 (1903)
Issue
Heft 5
Article
Die Paulinische Lehre vom Gesetz
Date
1903-01-01
Page
Seite 431 (sequence 15)
Language
German
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Die Paulinische Lehre vom Gesotz. 431 dadurch, dass die erste Sünde (die Adam’s) eine? solche ״Uebertretung“ war, anderntheils indem das Gesetz für jede Art fleischlicher Verirrung ein eigenes Gebot hat und dessen Uebertretung mit schwerer Strafe bedroht. Eben da- 1־um ist: mit dem Gesetze die Uebertretung auch ״völlig“ geworden (Rom. 5, 20), dh. ist durch dasselbe das Maas aller (möglichen) Sünden (und aller Schuld) vollständig erreicht. — Zweitens unterscheidet Paulus scharf zwischen bewusster (vorsätzlicher, d. h. als Sünde vorsätzlicher) und unbewusster (unvorsäizlicher) Sünde. Letztere erscheint bei ihm als die nicht *zur Erkenntuiss gekommene“, ״leblose“ Sünde; Erster© ist die zur Erkenntniss gekommene, lebendige und darum erst recht todbringende Sünde. So auch Röm. 7, 7. 8 : ״Hätte ich doch auch von der Lust nichts gewusst, wenn das Gesetz nicht gesagt hätte: lass dich nicht gelüsten; die Sünde aber hat das Gebot benützt, um alle Lüste in mir ins Leben zu rufen“. Denn Paulus kann doch auch hier unmöglich gemeint haben, dass der Mensel! ohne das X. Gebot von der ״Lust“, als solcher, thatsächlich nichts gewusst, sie gar nicht gekannt haben würde. Sondern was er meint, das ist nur, dass er sie ohne das Gebot nicht erkannt, nämlich eben als Sünde erkannt haben würde. Also nicht von einem ״ins Lebenrufen aller Lüste“ schlechthin ist die Rede, sondern lediglich von der Entstehung eines lebendigen Bewusstseins von den ״Lüsten als eben 80 vieler und zwar to'deswürdiger Sünden. Wie ja gleich die nachfolgenden Worte : ״Denn ohne Gesetz fehlt der Sünde das Leben; jeh aber lebte ohne Gesetz so dahin, wie jedoch das Gebot kam, da kam neues Leben in die Sünde, für mich aber der Tod“ (V. 8 b. 10.) klar und deutlich zeigen. Es fehlt ihr nämlich — ohne Gesetz — das Leben: einfach darum, weil sie 80 nicht ״zur Erkenntniss kommen“ und eben darum auch nicht ״angerechnet“ werden kann (Röm. 5, 13/). Beide Elemente aber sind der Hauptsache nach zwar schon im alten Testamente vorhanden, hoch vollständiger jedoch allenfalls in der traditionellen Lehre, woselbst die betreftenden aitteatamentlichen Formeln und Begriffe nach mehr als einer Seite hin eine reiche Ausgestaltung erfahren haben. l) So ist nun auch oben der fragliche Satz Köm. .7, 5 (ohne oder .auch mit dem 77׳.) zu verstehen. S. noch Anhang Nr. 8.

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