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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1903-01-01 · Heft 5 · p. Seite 428

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
47 (1903)
Issue
Heft 5
Article
Die Paulinische Lehre vom Gesetz
Date
1903-01-01
Page
Seite 428 (sequence 12)
Language
German
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428 Diu P&uHnische Lehre vom Gesetz. jenseits, in dor seligen Zukunft, seine unvertilgliche Macht ausübe, muss er da von Gott dem Herrn selbst ein für alle Mal unschädlich gemacht, d. h. gänzlich, vernichtet, ausgerottet werdenJ), III. Das Gesetz P r i 1.1 c i p der Sünde. Die |>ersonificierto Sünde des VII. Cap. des Römer־ Lriefes ist kein leeres Phantasiegebilde. Sie ist es nicht mehr und nicht weniger, als der talmudisch-midraschische Jezer ha־ra. welch letzterer, seinerseits, auch nicht als ein blosses Pro־ duet überreizter agadisch-mctaphysischer Speculation ange־ sehen werden darf. Nein, Beido, dem Wesen nach vollkom־ inen eins, stehen vielmehr — im Rahmen einer jeden, mit naiverer Denkart gepaarten dualistischen Weltanschauung — wirklich da als der ״Dämon, zu welchem in unserem Leibe die Natur sich zusammenfasst, nur das Böse erstrebend, Üir den armen Geist eine nie rastende Versuchung, ein steter innerer Kampf, der ihn nicht zur Ruhe kommen lässt2״). Kein Wunder daher, glauben wir, wenn die finstere Macht dieses Dämons sowohl, als auch das tieftragisclie des durch ihn heraulbeschworenen ewigen Kampfes auch im Judenthume, wie wir gesehen haben (und die obigen Stellen dessen sich ja noch beliebig vermehren), schwer genug empfunden wurde. Wie dem aber auch sei, so weit ging man hier darin doch nicht, ihn, diesen Kampf mit dem Dämon Jezer ha-ra, als einen schlechthin aussichtslosen vollends aufzugeben, oder gar sich davon in der Stellungnahme zum Gesetz, wie überhaupt in der objectiven Beurtheilung desselben, mehr als gebührlich beeinflussen zu lassen. Am allerwenig־ sten in der Weise unseres Apostels, nach welchem ja das Gesetz, wie wir bereits wissen, sich ״wegen des Fleisches״ durchaus kraftlos erwiesen hat. Gewiss, das Gesetz vermag auch nach jüdischer Anschauung nicht, die allgemeine Sündhaftigkeit aus der Welt zu schaffen, geschweige denn uns לו אלד,יו יוד: ר. Das letzte Wort behält also auch hier; wie in der obigen Stelle (vorige Anm.) die Middath ha-Din, der Jezer ha-ra. l) Sukk. 52 a; cf. Ber. r. C. 48; Sehern, r. C. 30; Tanch. Vaj. ed. Buber p. 8; vgl. Weber a. a. 0. S. 227. *) Garn er i («Der moderne Mensch3 ,״. Aufl. S. 27) zur Defmition des ״aus der Zeit der Metaphysik״ herübergenommenen Begriffes <lus Menschen.

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