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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1903-01-01 · Heft 5 · p. Seite 425

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
47 (1903)
Issue
Heft 5
Article
Die Paulinische Lehre vom Gesetz
Date
1903-01-01
Page
Seite 425 (sequence 9)
Language
German
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Die Paulinische Lohre vom Gesetz. 425 Vernunltgesotz1״). Auch dieses Letztere nützt hingegen nach Paulus, wie wir schon wissen, dem Menschen nichts, sondern Gott musste, ״indem er seinen Sohn sandte, . . . die Sünde im Fleische verdammen, damitdas Recht des Gesetzes in Erfüllung komme an uns, sofern wir nicht nach dem Fleische wandeln, sondern nach dem Geiste״, Röm. S, 3 4 f. Letzteres, das ״nach dem Geiste wandeln״, erinnert ja wohl wieder an Philo; aber es ist im Grunde doch etwas ganz Anderes. Denn während nach dem Philosophen der Mensch dasselbe Wesen bleibt, also nach wie vor auch ״nach des Fleisches Art ist,״, soll und muss er nach dem paulinische״ Mystizismus nunmehr zu einem ganz anderen, neuen und soc. reingeistigen Wesen werden — so dass von einem sittlichen Handeln, im eigentlichen Sinne, kaum wieder gut die Rede sein kann. Freilich ist Paulus eben kein Ethiker von Profession, gleich Philo, wie überhaupt kein Systematiker. Auch scheint ja schon aus seinen eigenen Worten an dieser ganzen Stelle des Römerbriefes (besonders 7, 19—24) hervorzugehen, dass er die gewonnene trübselige Erkenntniss einzig und allein seiner an sich selbst und an Anderen gemachten Erfahrung zu verdanken gehabt habe. indessen treffen wir auch bei den t a 1 ni u d i s c 1t o n Lehrern öfters auf Aeusserungen, welche dem ״Fleische״ gegenüber dem ״Geiste״ ein gewaltiges, ja last ebenso wie bei Paulus ein erdrückendes Uebergewicht einräumen. Es ist, wie man wohl schon errathen haben wird, der dem Fleische von Natur innewohnende ״böse Trieb״, der bekannte .T e z e r h a - r a, gegenüber dem im Geiste wohnenden ״guten Trieb״, von dem hier gesprochen wird und gesprochen werden muss. Derin dass es vor Allem in der That dieser ״böse Trieb״, oder dem doch etwas ganz ähnliches ist, was auch Paulus bei seiner ״Sünde״ vorschwebt, lässt sich kaum bezweifeln. Er nennt jenen zwar nirgends ausdrücklich2); *) Dasselbe Bild vom ״Steuermann“, neben dem vom ״Wag e u 11* 11 k e rw usw. auch I, 1*1 u. s.; cf. J 0 8 e p h u s, De Maccabaeis C, II, III. VII (Auf.), ־) Während er den Satan allerdings einmal nennt, I Cor. 7,5 (Vgl. Schüttgen und Nork za dieser Stelle). Nach der Tradition wurden Beide schon, frühzeitig mit einander identifieiert. S. Sifra zu Lev. 18, 4 (ed. Weiss p. 86 a); ואלו שיצ״ה משיב עליהם und Bor. Jom 4 67 b: דבריי

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