Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 47 (1903)
- Issue
- Heft 5
- Article
- Die Paulinische Lehre vom Gesetz
- Date
- 1903-01-01
- Page
- Seite 424 (sequence 8)
- Language
- German
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4 24 Die Paulinische ].obre vom Geset;. Bestandteile .sind einfach za bestreitenwl)״ Allein, wie verträgt sich denn das — um nur hievon zu sprechen — mit der alfctestamentlichen, sonst ja auch von Paulus festgehaltenen L<du*e von den Willensfreiheit?*). Aber auch Philo würde, obschon er vom ״Leibe*״ manchmal in Ausdrücken spricht, weiche denen des Apostels ziemlich nahe kommen11), eine solch extreme Ansicht sicherlich weit von sich gewiesen haben. Halt er doch an der Fähigkeit des Menschen, sich von der Sinnlichkeit frei zu machen — wenn auch freilich nur unter dem Beistände Gottes — durchgehend« fest4). Wie sollte denn sonst auch überhaupt irgend eine Ethik zu Stande kommen können?! — Paulus klagt (Rom. 7, 14 f.): . . . ״ich aber bin von Fleisch, verkauft unter die Sünde, denn was ich vollbringe, weiss ich nicht u. s. w.ft Philo aber sagt z. B. (Leg. allegor. I. 103) : ״Der tyrannische Geist (im Leibe) legt der Seele und dem Leibe gewaltsame und schädliche Befehle auf, nämlich die Ausübung des Lasters und die Genüsse der Leidenschaften; der königliche Geist dagegen fMelchisedok, Gen. 14, 18) befiehlt zuerst nicht, sondern überzeugt, da seine Aufforderungen derart sind, dass durch sie der Nachen des Lehens mit günstigem Winde dahiofährt, gelenkt von dem trefflichen und wohlerfahrenen Steuermann, dem göttlichen 0 A. a. o. S. 140 unten. — Zu bemerken ist. dass wir Dior b«i d״m Apostel nirgends einem Schriftbeweis oder auch nur irgend einer Anspielung auf ein alttestamentarisehes Wort begegnen. ־) Lipsius meint zwar, dieso sei darum noch nicht ausgeschlossen; ״nur kann vermöge der Herrschaft der aaaovta über die <7y.0\ das Wollen des Guten nicht zum Vollbringen werden‘*. Beschränkt sich denn aber die altt. sittliche Freiheit blos auf das Wollen des Guten? Nichts weniger, als das! :l) Be ebr. I, 372 und sonst, vgl. Köm. 7, 23: :uyjjiaA (uTi^ovTauis ©tc.; vsx,odv *7<oa5c, Leg. alleg. I, 100, vgl. Röm. 6. 12; 7, 24; 8, 11: »Ivy.tÖv ccW.z; £/. toö '70)0.7/70; 70׳ ö itavivoo גיסד־ססד etc. (Vgl. Schürer a. a. 0. S. 880). 4) S. Schürer a. a. 0. S. 882: ״Die Stoiker verweisen den Mensehen auf seine eigene Kraft; nach Philo hat der Mensch, als sinnliches Wesen, nicht die Fähigkeit, sich von der Sinnlichkeit frei zu machen : er bedarf dazu des Beistandes Gottes .; , In dieser religiösen Begrün־ düng der Ethik unterscheidet sich Philo sehr bestimmt von den Stoikernu. Nach D ä b n e a. a. 0. I, 378 ״schloss Philo keineswegs alle selbstthätige Kraft des Menschen bei Erringung des Göttlichen aus״ .״