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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1903-01-01 · Heft 5 · p. Seite 421

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
47 (1903)
Issue
Heft 5
Article
Die Paulinische Lehre vom Gesetz
Date
1903-01-01
Page
Seite 421 (sequence 5)
Language
German
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Die Paulinische Lohre vom Gesetz. 421 gehen von Gesetzeswerken״, wie Paulus es nennt, trotz der grossen Menge der Gebote, kein vergebliches ist, ja dass es vielmehr gerade dadurch erst recht zum Ziele führt, lehrt um selben Orte auch R. Ohananja l>. Akaschja, wenn er *agt: ״Gott wollte Israel verdient machen, darum mehrte er ihnen Gesetz ( Lohre) und Gebote, denn so heisst es (Jes. 24, 21): ״״Gott wollte es um seiner Rechtfertigung willen u. s. — Endlich gehört hierher vielleicht auch die bekannte Predigt des (Amoräers) R, SimlaT, wonach di(1 11־• sprünglichen (313 Gebote von den späteren Propheten (zum Theil auch von David) auf immer wenigere, zuletzt von dem Propheten Habakuk (2, 4: ״Der Gerechte wird aus seinem Glauben leben״) gar nur auf ein einziges reduciert worden seien2). Wie mit jener Stelle dos ,Deuteronomium' 8, so beschäftigte man sich also in diesen Kreisen auch mit der Frage nach der Möglichkeit einer Erfüllung des Gesetzes in allen seinen Theilen (und durch Alle), tn Einem mit der Wahrnehmung von dem Erschwertsein dieser Aufgabe durch die Fülle des gesetzlich Gebotenen. Man sieht aber auch, wie die Sache von den Tannaiten3) in beider. Füllen leicht zu Letzteres ist der auch unserem Apostel 80 wohl bekannte Vers Lev. 18. b (Gal. 3, 11 und sonst). lieber 11. Chanania b. Garaaliel (30ha des jarnnonsische» •Patriarchen) handelt K a <־• h 0 r a. a. 0. S. 438-— 441. seltsamerweise, ohne dabei auch unseres yatz.es zu erwähnen. 0 M. Makk. Ill, 10: י׳ חנניה בן עקשיא או׳ רצה הקביה לזנות את ישראל לפיכך הדבר. להם תורד. ומצוות שנא׳ ד,׳ הנק למען צדקו ינדיל תירת ויאדי• Das öullixuni in למע! צדקו wird von dem Mischnalehrer kühn auf Israel bezögen. (So auch T a r g 11 na Jonathan: ה׳ רעי בדיל לזכאותה .<ל)ישיאל צ) Makk. 23 a f. Eür die Hierbergehürigkeit der Steile spricht die Erklärung Haseln**: שבתחילה היו צדיקים והיו יכולים לקבל עול סצוות הרכה אכל דודות האחרונים לא היו צדיקים כל נך ואם באו לשמור כולן אין לך אדם שזוכה. Eine andere Erklärung gibt neuerdings L azarus, Ethik d. Jud. S. 107 IV. Darnach käme es dem Amoräer vielmehr darauf an, ״den innersten Kern aller Gesetze, ihr Grundprinzip zum Ausdruck zu bringen“, weshalb von ihm hier auch ״alle religiösen Specialgesetze hei Seite gelassen und das Ethische als Ziel aller Gesetze allein ins Auge gefasst wird“. Die Interpretation Raschi's stützt sich jedoch auch, ־wie es scheint, nicht unbegründeter weise, auf den Zusammenhang, in welcher die Stelle steht. Sie liadet sich nämlich mitten unter den Erläuterungen zur obigen Misch na (III, 16). 5) Auch R. Gamaliel dürfte sich auf die Erwiederung R. Ahiba's hin beruhigt haben. — Zu dem ״Weinen“ desselben — wobei man unwillkürlich an den paulinischen Schmerzensauabruch Röm. 7, 24 erinnert wird — vergleiche man übrigens ebendaselb9t (Makk. 24 a) :

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