Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 47 (1903)
- Issue
- Heft 5
- Article
- Die Wiederherstellung Israels unter den Achämeniden
- Date
- 1903-01-01
- Page
- Seite 397 (sequence 13)
- Language
- German
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Di© Wiederherstellung Israels untej. den Achämemden. 397 Nehemia sicli dazu versteigen konnte, die betreffenden Leute zu schlagen und zu rupfen, wenn doch nach Kosters bis jetzt noch gar kein Versprechen seitens der Judäer stattgefunden hatte. Denn das Gelübde von Esra 10, 12 hat ja bekanntlich, nach Kosters, ebenfalls erst nach Neh, c. 13 stattgefunden. Welche Berechtigung hatte also Neh. dazu, das Volk sa strenge zu züchtigen für eine Handlung, um derentwillen es bis jetzt noch nicht verwarnt worden war. Esra hat in einem solchen Falle sich und nicht den Leuten das Haar ausgerissen (Esra 9, 3). Dieses Vorgehen Nchetnins in 13, 25 ist nur dann erklärlich, wenn man die Begebenheit von c. 10, 31 702*aussetzt. Auch bleibt nach Kosters und Bertholet höchst unbe- ״reiflich, wieso die Gebote bezüglich der Ackerbaueinstellung und der Verjährung der Schulden in jedem siebenten Jahre, in Neh. 10, 32 b (Vergl. Leviticus XXV und Deutronom, XA7, 12) so sehr hervorgehoben werden, während in Neh. c. 13 von derartigen Vergehen doch keine Spur zu finden ist. Aut die weitere Combination Kosters hinsichtlich des Namens ״Juda“ in Cap. 13, im Gegensatz zu ״Israel“ in den Capiteln 9 und 10 hier einzugehen, halten wir für überflüssig, da wir die Grundlosigkeit dieser Namencombinationen bereits oben (Jalirg. 1902, S. 300—305) genügend kennen gelernt haben. . Das Cap. 13, ein Stück aus Nehemias Memoiren, gebraucht gleich seinen sonstigen Memoiren (Nell. 1—8, 12, 26—43) >.xets den Namen ״Judaw. Dasselbe ist auch in der aramäisehen Sammlung (Esra IV—ArI.) der Fall. Die Memoiren Esras, die Tempelchronik und die ״hehr. Sammlung“ (Esra I—A7I), hingegen bedienen sich fast ausschliesslich der Be- Zeichnung ״Israel“. Die AVahl dieser Namen hängt rein von der Laune des betreffenden Verfassers ab. 7. Ferner sagt Kosters: ״Nach 10, 30—40 hat die Gemeinde offenbar den Tempeldienst in Händen und sind die hervorragendsten Tempeldiener der Gemeinde günstig gesinnt. AVie sollte man anders Anordnungen haben treffen können über die Einkünfte des Tempels und die Bestimmungen der Tempelgemächer. Dies kann nun vor Nehemias Rückkehr nicht der Falt gewesen sein; denn der Hohepriester Eljaschib ist 13, 4—9 noch in seinem Amte, und seine Handlungen spotten all der Bestimmungen von 10, 31. Die chronologische Reihenfolge muss hier folgende