Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 47 (1903)
- Issue
- Heft 5
- Article
- Die Wiederherstellung Israels unter den Achämeniden
- Date
- 1903-01-01
- Page
- Seite 393 (sequence 9)
- Language
- German
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Die Wiederherstellung Israels unter den Achämeimlen. 3<)3 jedem Ackerbau treibenden Orfc bekommen sollen, fiel für die ״Leviten ungünstig aus, selbst die Verstärkung dieser An- Ordnung bei der Einweihungsfeier (12, 44), wobei die Be- Stimmung getroffen wurde, dass bei den Zehntenmagazinen in der Provinz Aufseher angestellt werden sollten, führte zu keinem Erfolg. Offenbar, weil — wie es in der Natur dos ackerbetreibenden Volkes liegt, — der Bauer nur solche Abgaben regelmässig einliefert, die er den hohen Voiksrepräsentanten im Tempel überreichen soll, nicht aber solche, die für den wenig geachteten Leviten au8 der Provinz bestimmt waren. Nehemia sah sich deshalb gonöthigt., von der alten Bestimmung abzusehen und neue Verordnungen zu erlassen. Liese bestanden darin, dass er die Zehntenabgaben wiederum nach einem Hauptmagazin in Jerusalem bringen liess. welches von vertrauenswerthen Priestern und Leviten heaulsichtigt wurde. Hierdurch wurde den Zehntenabgaben ihr altehrwürdiger und weihevoller Charakter wieder verliehen. Der Einwand Kosters : Wäre gemeint, dass das Volk den Zehnten nicht aufbrachte, dann hätte die Beschwerde nicht beseitigt werden können, durch Anstellung von ״Vertrauens־ werthen Männern“, erledigt sich einfach dadurch, dass solche bis jetzt nicht nöthig waren, da die Leviten selbst ihren Antheil auf den Dörfern sammelten. Von nun aber sollten sämmtlichc Leviten und Priester Palästinas ihren Antheil an den Zehntenabgaben aus einer Centralstelie in Jerusalem bekommen. Hierfür waren sicherlich Vertrauensmänner nothwendig. Man übersehe doidi auch nicht, dass Neh. hier das Anstellen von Vertrauensmännern nur in zweiter Linie erwähnt. Der fernere Einwurf Kosters: dass, ״wenn das Volk die Abgaben nicht aufgebracht hätte, dann auch die Priester wohl geklagt haben würdena, wird sofort hinfällig, wenn man nicht übersieht, dass die Abgaben an die Priester nur in בכורות ,בכורים und תרומה bestanden. Diese waren bekanntlieh so minimal, dass die Verweigerung derselben, selbst seitens dos geizigsten Bürgers, ganz undenkbar ist. Die Abgaben der ״ ״בכורים״Erstlingsfrüchte“ hatten sowohl für den Bürger als auch für den Priester nur einen mehr formalen Werth (Deutron. XXVI. 1—11). Die ״Hebe“ תרומה״, war ganz dem Ermessen des Bürgers anheimgestellt und belief sich selbst nach der Schätzung der späteren Rabbiner nur auf den sechzigsten Theil der Einnahmen.