Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 47 (1903)
- Issue
- Heft 4
- Article
- [Rezension]
- Date
- 1903-01-01
- Page
- Seite 372 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 85% known words query
- IRI
…/2829132-2829768-2829773-2884674--32205-2884783- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
372 Besprechungen. Neuen, sowohl für Geschichte und Geographie Baby-' lonions als auch für dio Deutung und Anwendung t a 1 m u d i s c 11 e r Traditionen, wie auch fiir die Auflassung des 1 i 11 e r a r isehen Lebens zu jener Zeit. Ein wichtiges und auch richtiges Ergebnis ist die Feststellung der Thatsache, dass Artaban um 210 im Besitze der Reichshauptstadt und ilner Umgebung gewesen ist. Dio Juden dieser Gegend waren der Jurisdiction Rabs unterworfen: der ganze Kreis, der Babel im engeren Sinne genannt wurde, und dessen Mittelpunkt Sura bildete gehörte zur Herrschaft Artabans im Gegensatze zu X e h a r d e a, welches zur Herrschaft des Volagese 3 gehörte. Nur so ist es zu begreifen, dass nicht S a m u e 1, sondern Rah zum Hofe Artabans intime Beziehungen hatte. Um Nehardea hat eben nicht Artaban, sondern dessen Bruder Yolageses Y. geherrscht. Rah und Samuel erfahren natürlich auch bei Funk gründliche Bearbeitung. Hier sei die geistreiche Auslegung des dunklen Gebetes erwähnt, das Rab am Ufer des Tigris verrichtet: [Israel] ,באו רוב שלשיר זביר ביית רכל '.מ״ק ודרי ע״ב] [Taufe] בביב sowie die Deutung des.גזרו על הבשר כזב:' ד,מתנות (.lebain. G3b) auf die Thatsache, dass die Perser Kinnbacken, Zunge und linkes Auge reiner Thiere opferten (Justi. Gesch. d. alten Persiens, S. 81 u. ‘200): dadurch wird das Sündhafte des »Sehlachtens (nach persischer Auflassung) aufgehoben. Interessant ist auch die Auseinandersetzung über die Stellung des Resch Galutha im persischen Reiche und die Titulaturen der Rangstufen, namentlich des בר ביתא ן. Während Graetz (IV, 334 und Note 28) Odenath mit Papa bar Nasor identificiert und die merkwürdige Stelle Jerus. Terum. VIII Ende nicht mit der Ermordung Odenat's in Verbindung bringt, behauptet Funk, dass Papa bar Nasor Nehardea (250) zerstört habe und findet in dem von arabischen Geschichtsschreibern erwähnten Adi bar Nasor, dem Gründer dos persischen Kleinstaates Hira, den Bruder Papa’s: Adi ist nach I\ mit; Odenath zu identificioren. Dessen Sohn ״bar Adi‘‘ soll mit seiner Mutter Zenobia in Conftict geiathen sein. Darauf geht das Gerücht zurück, Zenobia habe den Mord ihres Mannes veranlasst. Ueber die Tarbizoth und b'ne Tarbizots weiss auch F. nichts Neues zu sagen. Zur Wortbedeutung wräre als interessante Ergänzung zu bemerken, dass Tarbasu auf zahlreichen assyrischen Inschriften uud Kaufcontracten im Sinne von ״Hausgarten“ und ״schattiger Ruheplatz“ gebraucht wird (s. meinen Artikel in Zeitschr. f. Assyr. 1891, p. 440). Die Abhandlung über Mischnah, Boraita, Tosefta und deren . Verhältniss zu einander (8. 85 ff.) enthält nur Rudimente, Andeutungen und Schlagworte; für don eingew׳eihten Kenner wohl verständlich, aber doch etwas spärlich. Das Bild ist kein vollkommenes. Es fehlt beispiels־ weise gänzlich eine Andeutung über die Sammlung Edujoth, die doch in der Entstehungsgeschichte der Mischnah eine Rolle spielt, die schon Graetz theilweise erkannt hat (vgl. Graetz IV, S. 32 ff und meine Besprechung von Klüger ״Ueber Genesis und Composition der Halacha- Sammlung Edijot in Mutschr. 41. Jhrg., S. 278 ff). Einige Termini sind gelegentlich sehr gut definirt und durch Beispiele erläutert, wie: מסיים ססכתא ,קובע בגמרא ,סבר סברא ,נטר בנטייה. Glücklich ist F. in der Auffassung neuer geographischer Identificationen. So: תלמקגי תלבקני Thilaticonium Schannely; דרוקרא דיוקרא (Taan. 21b, Sabb. 94;b) Daraneara, כרך Karch, von welcher Stadt der Fluss Kerha soinen Namen hat, der Nehawend von Chesk trennte.