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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1903-01-01 · Heft 4 · p. Seite 371

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
47 (1903)
Issue
Heft 4
Article
[Rezension]
Date
1903-01-01
Page
Seite 371 (sequence 1)
Language
German
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Bospreehungen. 37 t Dr. S. Funk, Die Juden in Babylonien 200 — 500, I. Theil. VIII u. 148 u. XXII pp. Borlin, Poppelauer, 1902, 8. Nachlese zu halten hinter gowiogten und erprobten Historikern i-t ein kloino3 Wagestück; sich von ihnen möglichst unalthängig zu bewogen und die Quellen neuerdings zu befragen und zu prüfen zumal ein obenso lobenswertes, wie gefälirlichos Unternehmen. Die Historikerkreise konnten .jüngst reichlich beobachten, wie ein guter, scharfsinniger Kopf in die Irre gerätli, wenn er nur den Umsturz vorhandener Gebäude za seiner Aufgabe macht, ohne an deren ►Stolle Neues und Besseres zu sotzon. Und gerade die Zoitperiode, welche Pank iin ersten Theile seines Buches behandelt hat ׳ja auch den, zum Uoberdruss verhimmelten uni gelästerten Halevy beschäftigt. Auch F. lindet oinigemalo Gelegenheit ihm derbe Verseilen nachzuweisen, die ihm ja El bogen im grossen Stile vorwirft. — Hier bewährt« sich abor so recht: "השנאה והאהבה מקלקלין את השורה\ — Funk hat sein Thema glücklich ungefasst und glücklich gelöst. — Ich habe absichtlich die einschlägigen Darstellungen von Graetz, Weiss, Iioffmann etc. noch einmal nacheinander studiert, um zu sollen, ob denn eine neuerliche Darstellung dieser Zeitperiodo jüdischer Geschichte überhaupt vonnöten gewesen. An der Möglichkeit, ja Notwendigkeit zahlreicher Richtigstellungen hat ja der Fachmann nie gczweifelt. ebensowenig wie daran, dass die Grundzüge von dioson Pfadfindern ein für alle male gezeichnet soien. Um so willkommener sind Einzeldarstellungen über kleinere Zeiträume. Naturgemäss werden bei der Gesamtbehandlung des denn doch für oinen Gelehrten zeitlich und räumlich allzu ausgedehnten Gebietes dor Gesamtgeschichte dos Judontlnuns Mängel unvermeidlich sein, womit nicht gesagt werden soll, dass diese nicht auch den Dotailforschungon anhaften. Und auch I'.'s Buch unterliegt diesem Gesetze. Es soll abor sogleich bemerkt werden, dass diese Geschichte der Juden in Babylonien von 200—500 ein wirklich gutes, tüchtiges, mit 0 i n d r i n g 1 i - ehern F 1 e i s s 0 gearbeitetes und in vielen Stücken geistreichoriginelles Buch ist. Es hat an einer compact zusammenfassendon, übersichtlichen, moderngeschichtlichen Schilderung dieser Zeit trotz Gr ae tz etc. gefohlt. Wir glauben, dass F. dies zum grössten Theilo gelungen sei. Die Capitol über C 11 1 t u r v 0 r 11 ii 1 t n i 8 8 e, Schule und Gottes- Raus, die Lehre und ihre T r ä g e r sind vorzüglich gearbeitet. Allenthalben zeigt sich eine vollkommene Beherrschung des talmudischen und historischen Materials. Lobhafte Schilderung, bewegte Beschreibung des staatlichen, städtischen, öffentlichen und privaten Lebens; der Fürsten, Vornehmen, Reichen und Armen; dos Lebens und Wobens auf don Strassen, Plätzen und Märkten, an den Hofen, in Lehrhäusern und in Bazaren, farbenkräftiges Ausmaien der damaligen Wirklichkeit zeichnen F.’s Darstellung aus. Hierzu war eben ein tiefes Eindringen in intime Einzelheiten nötig, welche sich dem gründlichen Forscher nur bei genauester Beobachtung und Interpretation seiner Quellen darboten. Diese greifbare Lebendigkeit ist hesondors zu rühmen. Kein Capitel ist, in dem wir nicht eine willkommene Ergänzung zu bereits Bekanntem oder originelle Auffassung des Altea finden. Namentlich die Anmerkungen und die Noten enthalten viel des 24*

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