Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 47 (1903)
- Issue
- Heft 4
- Article
- Die Paulinische Lehre vom Gesetz
- Date
- 1903-01-01
- Page
- Seite 336 (sequence 15)
- Language
- German
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33(5 Die Paulinische Lehre vom Gesetz. In der haggadi sehen Sch 1״i ft aus 1 egung ist er geradezu Meister. Denn sein ganzer allegorischer Commentar zur Gencsis ist in formaler Hinsicht nichts Anderes, als eine Uebertragu ng der Methode des palästinensischen Tvli drasch auf das Gebiet des Hellenismus . . . Auch inhaltlich finden sich manche starke Berührungen, wenn sie auch viel geringer sind, als die Uebereinstimimmg in der Methode. Für die legendarische Ausschmückung des Lebens Moses’ beruft sich Philo ausdrücklich auf die Tra• dition der ׳סבלדס^בדד. us\vfc 1). Ferner— für den Unterschied zwischen dem grossen allegorischen Commentar und der Dar- Stellung der mosaischen Gesetzgebung — : ״In dieser ganzen Gruppe wird zwar die allegorische Erklärung auch gelegcntlich angewendet. In der Hauptsache aber handelt cs sich hier um wirklich historische Darstellungen, um eine systematische Darlegung des grossen gesetzgeberischen *Werkes Mosisu . . .* 2) Endlich gleich auch, was die principiclle Stellung des Philosophen zum Gesetz anlangt: ״Philo hält fest an der Verbindlichkeit des mosaischen Gesetzes, Aber doch nur deshalb, weil es ihm das Vollkommen5to, gerechteste und vernünftigste ist, dessen sittliehe Forderungen überall die reinsten, dessen sociale Ordnungen die besten und humansten, dessen religiöse Ceremonien die der göttlichen Vernunft gemässesten sind . . . Auch an der Präroragati v 0 des jüdischen Volkes hält er fest: das jüdische Volk ist das von Gott bevorzugte usw..(3״ ג) A. a. 0. S. 869 f. 2) Ebendas. *S. S46. y) Ebendas. S. 872, Anm. 124. — Auch Z i o g 1 0 r (Gesell, d. Ethik I, 226 f.) meint: ״Die Alexandriner wollten in erster Linie Juden sein und bleiben und wurden sich ihrer Abweichung vom jüdischen Glauben deshalb nicht bewusst, weil sie durch ein freilich meist muss־ loses und gewalttätiges AUegorisieren die Uebereinstimmung־ mit der Offenbarung des Alten Testaments aufrecht erhalten zu können glaubten“ (Aebnlich auch II2, S. 46 ff.). Ist dem aber so, dann muss auch dieses All egorisieren zum Theil wenigstens einen jüdischen Ursprung haben. Nur um so befremdlicher ist es darum, wenn auch Joel (a. a. 0. S. 38) moint, dass ״die nicht wörtliche, sondern allegorische Auslegung der Schrift kein palästinisches Product war, und dass die pal. Lohre! vom Alexandrinismus zwar nicht unbeeinflusst waren, aber diesem doch nur zu erbaulichen Zwecken Zugang?erstatteten, dagegen kein. Ohr für denFelben hatten, wo es sich um Verflüchtigung der Gesetze zu blossen Gedankensymbolen handelte4*. Letzteres ist ja an sich gewis-s richtig; aber zwischen allegorischer Erklärung der Gesetze und Ver-