Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 47 (1903)
- Issue
- Heft 4
- Article
- Die Paulinische Lehre vom Gesetz
- Date
- 1903-01-01
- Page
- Seite 334 (sequence 13)
- Language
- German
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334 Die Paulinischo Lehre vom Gesotz. (1. 170) konnte der Apostel auch das Muster für seine allegorisirende Etymologie von Agar finden“. Dagegen seien die ״Verschiedenheiten“ keineswegs so erheblich, dass sie eine Abhängigkeit des Apostels von Philo ausschlössen. ״Dass Paulus zwischen den Verfassern der biblischen Schriften unterscheidet und einen sichtlichen Wert darauf legt, das Zeugniss von Gesetz und Propheten, womöglich auch noch der dritten Schriftgattung für sich zu haben,' während für Philo dieser Unterschied wegfällt1), wäre nur ein Beweis dafür, dass in dem Apostel die palästinensische Ra'bb inenschule nicht allen Einfluss an den Alexandrinismus verlor. Und wenn er die typische Deutung vor der eigentlich allegorischen bevorzugt, so könnte das auf denselben Grund zurückxuführen sein“״). Allein, eine ganz ähnliche Frage wie die des Apostels (I. Cor. 9, 9) und Philo’s (L 634) findet sich auch im folgenden Midrasch8): ״Rab lehrt (mit Bezug aut Ps. 18,31): Die Gebote wurden nur gegeben, um die Menschen sittlich zu läutern. Oder sollte sich Gott wirklich darum b 0 kii m m e r 11, ob .) e m a n d (z. B.) 0 i n T hier a m Halse schlachtet oder v 0 m N a c k e n?•* Und auch die Antwort: ״Nein, sondern die Gebote wurden nur gegeben, um die Menschen sittlich zu läuterna, deckt sich dem Sinne nach ganz genau mit der paulinischen sowohl* wie mit dem, was Philo von den Opfervorschriften gesagt hat. Was ') Vgl. Siegfried, Philo v. Alex., 1*75, S. Dl. “) Dennoch bekennt sich V. nicht entschieden zu der präsumtiven ״Abhängigkeit״. Auch später (S. 71) heisst e3־ bei ihm noch einmal: -Unter unbewusster Beeinflussung seiner symbolsiiohtigon Zeit, vielloicht angeregt durch Pbilos spiritualisirende Methode, hatte Paulus das alttostamentliche Schriftwort als die Hülle tieferer, urcliristlicher Wahrhoit zu betrachten gelernt״ u. s. w. Doch neigt er genug stark dazu hin, wie namentlich der ״Anhang״ beweist. S. unsern Anhang Nr. 3. ף Ber. r. C. 44 (Anf.): אמרת ד,׳ צרופה ובר רב א׳ לא נמנו המצוות אלא לצרף בהן את הכריות וכי סד. איכפת ליד. להקב״ה לטי ששוחט מן הצוואר או מי ששוחט מן העורף הוי לא נתנו המצוות אלא לצרף בהן את הבריות. Tanchuma Schemini C. XII (ed. Buber p. 30) zeigt folgenden Text: וכי מה איכפת להקב״ה בין שוחט בהמה ואוכל אותה לנוחר בהמה ואוכלה כלום מ ו ע י ל ו או מזיקו או סה איכפת ליה בין אוכל טמאו• לאוכל טהורות .אלא אם הכסת חכמת לך הא לא נתנו המצוות אלא לצרף בהן את הבריות שנא, Es liegt jedoch auf der Hand, dass wir es hier bereits mit einer erweiternden (und verflachenden) Ueberarbeitung des älteren (RaVschen) Ausspruches zu thun haben (vgl. Buberz. St. und Bacher, Agada der Tannaiten, S. 300, Anm. 4).