Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 47 (1903)
- Issue
- Heft 4
- Article
- Die Paulinische Lehre vom Gesetz
- Date
- 1903-01-01
- Page
- Seite 333 (sequence 12)
- Language
- German
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Die Paulinische Lehre vom Gesotz. 333 So auch nicht an der wichtigen Stelle Gal. 4, 22 ff., wo Paulus selbst dio biblische Erzählung (von den beiden Weibern Abrahams) eine Allegorie nennt, ohne sie jedoch, sagt V., als solche consequent durchzuführen. ״Anfangs zwar will es scheinen, als habe er den historischen Sinn ganz aufgegeben: Agar ist ihm der Sinai. Aber im Folgenden wird dann doch wieder auf Agar und Jainael als historische Persönlichkeiten rettectirt“. Aber, erörtert Y. weiter, ״es findet sich doch ein-Citat bei Paulus (I. Cor. 9, 9), dem er einen tieferen, geistigen Sinn miterlegt, mit Ausschluss des buchstäblichen. Pas geschieht, wenn er bei Erwähnung des mosaischen Gebots Dout. 25, 4 fragt: ״Kümmert sich Gott etwa um die Ochsen?“ Und dann selbst die Antwort gibt: ״Auf uns selbst gelten überall seine Worte“'. — Und dies ist für Y. schon —allerdings noch mit der ״höchst auffälligen“ Thateache, dass der Apostel einzelnen Stellen einen mehrfach cn Sinn zuschreibt1) — Grund genug, nicht bloss zur Constatirung des Umstandes, dass auch Paulus beeinflusst ist von dem ״damaligen praktischen Uebergewicht der Motliode, nach welcher man die alte Littoratur symbolisch und allegorisch erklärte“, sondern um sich gleich auch die Frage vorzulegen, ob. denn nun Paulus thatsüchlich in bezug auf seine Schriftauslegung bei dem alexamlrinischen Philosophen in die Schule ging? Penn wie stark erinnert die obige Frage Paulus* an die von Philo (I. 634 zu Exod. 22, 26 f.) aufgeworfene Frage, ob sich denn Gott wirklich um ein bioscs Obergewand bekümmert haben sollte? Oder auch an den pliilonischen Satz : 00 yzo Orrip t<ov xX6ytov 6 vouo;, v.W 07rs3 Toiv vo׳jv 7.7X Xoyov £^6vt<ov. cocts 007>זד ס tluopivcov ooovtl; £<>?׳;, tvy {A7jSs7״tav A(0[jT,V, aAAa TÖiV 1>׳j6vt<ov x. 7׳, A. — ״Wie dem Apostel (Gal. o, 16) das singularische 77׳:ippa in Gen, 13, 15. 17, so hat“, meint Y. ferner, ״auch dem Philosophen die Einzahl vsxvov in Gen. 17, 16 als Anknüpfungspunlcfc für allegorische Auslegung gedient (I 600). Bei ihm l) Man braucht sich aber nur ah das in den Midraschim fast auf jedem Blatt vorkommende דבר אחר (sehr oft zu einer und derselben Stelle wiederholt nach einandor) u. Aohnl. zu erinnern, um diese Thatsache nichts woniger als höchst auffallend zu finden. Zur Sache selbst betreffs des mit angeführten Beispieles II. Cor. 8, 13 ff. (cf. I. Cor. 13. 12) merkt Y. bereits die von S chö.ttgen, Menschen, Wettstein und Nor k notirten rabb irischen Parallelen an, in denen (wie bei Paulus) zwischen einem klaren und trüben Spiegel unterschieden wird.