Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 47 (1903)
- Issue
- Heft 4
- Article
- Die Paulinische Lehre vom Gesetz
- Date
- 1903-01-01
- Page
- Seite 332 (sequence 11)
- Language
- German
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32־3 Die Pauli nische Lehre von! Gesotz. und L Cor. 2, U sind vielleicht auf jüdische Slellensammhinten zurückzuf uhren1). Weiter untersucht V. nicht minder genau und eingehend Art2), Zweck und Charakter der paulinischen Schrift citation und Scbriftauslcgung und wendet sich schliesslich — nach einer Darlegung der Gesammtanschauung dos Apostels vom alten Testament — in einem grösseren Anhänge zur Besprechung seiner literarischen Beziehungen zum Hellenismus (ausser Philo) und zu Philo. Uns intercssirt aus dem überaus reichen und iminnigfaltigen Inhalte der Y.When Schrift vorzüglich dasjenige, was sich auf den eigentlichen Charakter der paulinischen Schriftdeutung bezieht. Da findet V. nun für's Erste, dass Paulus, so sehr bei ihm auch die spiritualisirende Methode und das Streben zu spiritualisieren überwiegt, dennoch meistentheils nicht über die typische Deutung hiuausgeht (S. G4 ff.•). 1) S. *iS. Eino durchgehende Kritik der V.'schon. Forsch ungs- Ergebnisse und .Aufstellungen liegt ausser dem Bereich unserer Aufgäbe. Einzelner Bemerkungen jedoch können und dürfen wir uns wohj auch nicht enthalten, So z. B. gleich was die Hypothese der Stellou- Sammlungen botriiTt. ־Diese erscheint V. (S. *13) als die einfachste Lösung für die zwei schwierigen Probleme: 1. der au (Val lenden Textvarianten (im Yerbiiltniss zur Septuag.); 2. der Fülle von Stellen, die dom Apostel je nach Belieben aus G 0 8 tz, P r o p h eton und Hagiographen zu Gebote stehen. Allein, da V. sich schon früher (S. 37 f.) don Nachweis S 11 r e 11 h u 8', dass der Apostel darin (nämlich in der ur!verkennbaren Neigung zur Verknüpfung von Citaten aus Thora, Nebiim und Kethubim) r a b 1> i n i 8 c h e m Braucl.o folgt, zu eigen gemacht hat, so bedarf es woitor nicht — wenigstens hiofür — der fraglichen Hypotbese. Denn wer dio Kabbinon, kennt, für den hat dio Frage, wie der Apostel, selbst als ehemaliger Schrift gelehrter, einen solchen Keichthum von Stellen ״im Kopfe tragen konnte“, koine Schwierigkeit mehr. — Enter den von der Septuaginta stark abweichenden Citaten, welche nach V. nicht durch die landläufige, bereits von Hieronymus (Ep. ad Agl. zu Matth. 11, 10) vertretene Ansicht einos Zurückgehens auf den hebr. Text, sondern lediglich durch dio Annahme einer Bekanntschaft mit noch anderen griechischen Versionen zu erklären sind, figurirt auch das aus Jes. 28, 16 und 8, 14 verschmolzene Citat Köm. 9, 34. Y. zeigt (S. 29, f.), dass die paulinischen Worte: Ni{fov 7>00ףדxoauy.To; vca.i 7:sTpav GM.vfiiXo'j sich inniger mit Aquila, Symmach. und Theodot. berühren, als mit der LNN. Allordings; doch eben so innig offenbar auch schon mit dem hebräischen Original (י(לאבן נגף ולצור מכשול Weiteres 8. Anhang Nr. 2. 2) Auch hier kommt V. (S. 21׳ f.) zu dom Resultat, dass die pau- ]mischen Formeln: V£V0y.7:Ta1 yis, yiypa^Ta׳. ©tc. genau der r a b b i n i 6 c h e n Citationsweiae entsprechen; ״denn דכתיב und כדכתיב leiten in den Midraschim und im Talmud sehr häufig die Beweisführung aus der Schrift'ein“.