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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1903-01-01 · Heft 4 · p. Seite 331

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
47 (1903)
Issue
Heft 4
Article
Die Paulinische Lehre vom Gesetz
Date
1903-01-01
Page
Seite 331 (sequence 10)
Language
German
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Die Pauliniacho Lehre vom Gesetz. 331 Allerdings. Man hat nur alle diese, scheinbar gegentlieibgcn Momente Schritt für Schritt einer genaueren Prüfung zu unterwerfen und daneben auch die brauchbareren Resultato der bekannten Werke von Ligli tfoo-t1 2), 8׳ chö 11 ge n״), Nork3) usw. gebührend zu berücksichtigen und zu vorwerthen. Beides, besonders aber Erst eres, geschieht in vollstem Masse bei Hans Vollmer4), nach welchem, um dies gleich hier vorwegzimehmen, ״ Altes Testament, Juclotithum, die von Logien getragene urchristliche Ueborlieierung und Hellenismus die Fäden und Farben geboten haben, aus denen das bunte mannigfache Gewebe des Paulinismus gewirkt ward. Vorstellungsgehalt und Ausdruckweise schöpfte der Apostel aus den vier bemchnctcn Quellen.״ Unter ״Juden• thura״ aber versteht Vollmer zunächst .,Einfluss des rabbi• niachen Judenthums, in dem der Apostel während seiner vorchristlichen Zeit gelebt hatte5״). Vollmer untersucht nämlich im Verlaufe seiner Arbeit vor Allem sehr genau und sorgfältig das Verhältniss des Apostels zur Septuaginta und gelangt dabei zu folgendem Resultate: ״In den meisten Fällen hat Paulus aus der Septuag. geschöpft. Zu Job lag ihm eine mit den jüd. TJobersetzern (Aqaila, Symmuchus, Theodotion) verwandte Version vor. Sonstige Abweichungen von der Septuaginta'5), soweit sie sich nicht aus absichtlicher oder unabsichtlicher Acnderung ihres Textes erklären, sowie manche von den Citatencompositioncn mit dem Berufsbewusstsein -des Apostels, dass er nicht dorthin geht, wo or sieh unvermeidlicher Weise mit einer so ausgedehnten und oigenthümlich gebildeten jüdischen Bevölkerung auseinaadersetzen musste״. ‘) Horae hehr, et taümudicae etc. (Op. omn. H, ed. 2, 1699, p. 875 — 040) oder dasselbe ed. Lips. 1670, p. 139—261. 2) Hör. hebr. et talmud. in univ. nov. test., I,p, 485 — 754 (Dresden u. Leipzig 1733). a) Kabbinisclie Quellen u. Parallelen zu neutest. Sehriftst, Leipzig 1839. 4) Die alttestamentlichen Citate bei Paulus, Freib. i. B. und Leipzig 1805. 5) A. a. 0. S, 80 f. — Daselbst auch ein vollständiges Verzeichniss der betreffenden Litteratur (bisauf die neueste Zeit). °) Sie sind, nebenbei bemerkt, überaus zahlreich. Man sehe z. B. nur eine Zusammenstellung bei Vollmer S. 43, Anm. 1. Hier bemerkt V. auch (wieähnlich sehr oft): ״Solche und noch viel grössere Freiheiten in der Citation erlaubten sich auch die Rabbinen, bei denen Paulus in die Schule gierig״ (mit Berufung auf Surenhus, משר המשנה sive Y.v.'ZvXkyrffe etc., über II. thess. V. VI).

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