Mannheim
Compact Memory

Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1903-01-01 · Heft 4 · p. Seite 330

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
47 (1903)
Issue
Heft 4
Article
Die Paulinische Lehre vom Gesetz
Date
1903-01-01
Page
Seite 330 (sequence 9)
Language
German
Belongs to
article
OCR quality
93% known words query
IRI
…/2829132-2829768-2829773-2884668--32154-2884741
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

330 I)io Paulinisolie Lehre vom Gesetz. Gottes über die Massen verfolgt habe und nahm zu im *Tuden111 um über viele meines Gleichen und eiferte über die Massen für das väterliche Gesetzt So aber, sagt I\, konnte auch ein ״für das Gesetz schwärmender, dem Pharisäisnius völlig fernstehender Jude vom Schlage eines Philo“ gesprochen haben. Grundfalsch! Denn die betreffenden Worte des Galatcrbriefes lauten: ״als übertriebener Eiferer der ich war für die U eb e r li efcru n gen meiner Väter“. Diese aber (bei Paulus) sind ohne Zweifel die pharisäischen. Wir unsererseits h'Uignon ja nicht, dass auch ein hellenistischer Jude für das Gesetz — in jeder Form — habe schwärmen können: wie aber verträgt sich dem! das mit dem früher so energisch behaupteten ״gesetzesfreien Hellenismus^ F.V? Wie insbesondere will P. dann, wenn Paulus ein für das Gesetz schwärmen der Jude vom Schlage eines Philo gewesen, gleichwohl das Ih’ithscl gelöst haben, dass derselbe Paulus dann doch über Nacht zum ״fanatischen Gesctzeaverilchter“, zu dem Mann ״mit dem unvertilgbaren Groll gegen das Gesetz im Herzen“, wie gerade F. übertreibend sagt, geworden sein sollte? Aber, meint F., ״Paulus, dem das alte Testament nur in der griechischen Sprache geläufig ist, ein pharisäischer Schriftgelehrtcr! In Tarsus, dem Sitz griechischer Weltbildung geboren, war die griechische Sprache weit eher seine Muttersprache, als die hebräische, lag ihm das hellenistische Judenthum der Diaspora viel näher als das pharisäische. In seinen Briefen verräth er einen hellenistischen, wenn nicht geradezu alexandrinischen AnHug. Auch die typisch-allegorische Schrifterklärung, welche bei den alexandrinischen Juden zu Hause war, ist ihm nicht fremd. Und bei alledem sollte Paulus ein gesetzesstrenger pharisäischer Schriftgelehrter gewesen sein?“1) *) 166 .א f.. meist nach Schürer, Bleek, H i i g e n f e I d, Kenan u. A. Aus Bleek!Einleitung i. d. N. T. p. 71) wird ferner noch citirt: ״Auch verbürgen seine Missionsreisen in Kleinasien und Griechenland, sein öffentliches Auftreten auf dem Areopag in Athen, seine bedeutende Fertigkeit im Griechischen“.... Aber gerade in Bezug auf das Missionsgebiet liest man bei Weizsäcker (a. a. 0. S. 200) die sehr erwägenswerthon Worte: ״Es ist fast ebenso auffallend, dass Paulus nicht nach Alexandrien gieng, ja dass wir gar nichts von einem dorthin gerichteten Gedanken wissen, obwohl dieser Platz von grosser Wichtigkeit für die Idee seines Unternehmens /.u sein scheint und überdies nahe genüg lag. So ist'« wohl gerade in Ueboinstimmung

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.