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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1903-01-01 · Heft 4 · p. Seite 323

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
47 (1903)
Issue
Heft 4
Article
Die Paulinische Lehre vom Gesetz
Date
1903-01-01
Page
Seite 323 (sequence 2)
Language
German
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Dio Paulinischo Lehre vom Gesetz. 323 n i 3 c h e 11 Ausführung über j üdischos Gcsotzesthum gleiclisum wieder zu entdecken.441). — Hält 1mm sich mm eins vor Allem gegenwärtig, dass der Apostel Paulus, obschnn er Jesus nicht gekannt hat, dennoch von dessen freundlicher Stellungnahme zum mosaischcn Gesetz2) — in theoretischer wie in praktischer Heziehung — hinlänglich Kenntniss gehabt haben muss, so er־ scheint die so ganz anders geartete Lehre des Apostels von demselben Gesetz, so wie diese uns in den sog. vier Haupthriefen vorliegt, auf den ersten Blick als etwas ganz Neues u:;1d Unerhörtes. Wohl hat Paulus einmal zu Petrus gesagt: ״Weil wir aber erkannten, dass der Mensch nicht gerecht,״ fertigt wird aus Gesetzeswerken, sondern nur durch den Glauben an Christus Jesus u8w.tt (Gal. 2, 16; vgl. Ap. 15, 7 ff.). Allein, nach allem, was wir sonst,her von den Uraposteln wissen, insbesondere von ihrem anfänglich 80 schroffen gegensatzliehen Verhalten zu den Lehren und Bestrebungen des Heidenapostcls, kann dies, sofern es sich auf etwas Thatsächliches bezieht, doch wohl nur so viel bedeuten, dass jene, die Urapostel, ihm später, mit Rücksicht aul den unverhofftcn Erfolg und auf den ungestörten Fortgang seines Werkes, doch gewisse, mehr oder minder schwerwiegende und einschneidende Concessionen gemacht hätten, — während mich Paulus eigener Lehre, gemäss allgemeiner Auffassung, du 8 Gesetz für Juden sowohl wie für II e i d 0 n ganz und gar aufgehoben sein sollte. Noch auffälliger womöglich aber ist, dass uns in den Briefen des Apostels, namentlich aber im Galater- und Römerbriefe, welche bekanntlich dio Grundzüge seiner gesaaimtcn Gesetzeslehre enthalten, bisweilen auch eine Auf- ‘) Das apostolische Zeitaltor der ehr. Kirche (Froib, i. B. 1886) S. 105 f. Auch Harnack.sagt — was dio ״rabhinischo Ausführung“ botrifft — Wesen des Chr. S. 20 f.: ״Es ist sehr unwahrscheinlich, dass er (Jeßus) durch die Schule der Rabbinen gegangen ist; nirgendwo spricht er wie einer, der sich technisch-thoologischo Bildung und die Kunst gelehrter Exegese angeeignet hat. Wie deutlich erkennt man dagegen aus den Briefen des Ap. Paulus, dass er zu den Pässen theolog ischer Lehrer gesessen!״ 2) Ja auch zur Tradition; vgl. Joe), Blicke otc. 1, S. 20: ״Ebenso stand es (das ursprüngliche Christenthum), wie Jesus selbst, in einem affirmativen Verhältnisse nicht bloss zum Gesetze Moais, sondern selbst zur Tradition. Die heutigen Evangelien reüectieren diese That• sache noch ganz deutlich; ebenso deutlich freilich auch das Gegentheil U. 8. W.“ 21

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