Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 47 (1903)
- Issue
- Heft 4
- Article
- Der Nomos
- Date
- 1903-01-01
- Page
- Seite 318 (sequence 2)
- Language
- German
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318 Der Nomos in plnlonischer Beleuchtung. gostiindnis in ״Vorles. über das Wesen d. Christentums“ 1L X. kommt; ״Es war eine Entschränkung der jüdischen Religion — er spricht offenbar von der jüd. alex, Schule — durch das Mittel philosophischer Deutung im Gange, durch die sie der Höhe einer geistigen Weltreligion zugeführt wordenu. Fügen wir den Commentar hinzu, so ist es : dass er eine Fülle ethischer Ideen, die er als griechischer Schriftsteller in die Welt geworfen, aus demjudenthmn geholt hat, wo sie bis dahin am wenigsten oder in der Fülle nicht gesellen worden waren. Die Umsetzung von Nationalem, Theokratisehem im Nomos ins allgemein Ethische ist sein Werk. Kurz, das Christcnthuni bei seiner Entstehung findet bei Philo die ganze Arbeit der Durchbrechung des ursprünglichen Particularismus, die Scheidung des Ethischen vom Nationalreligiösen oder die Aullösung der anfänglichen Verquickung von Religion und Nationalität bereits vor. Dass aber das die Auflösung des specifischen Judenthums sei, was es nach C. Siegfried in 8. mehrerwähnten ״Philo v. Alex.“ S. 159 bedeuten soll, oder ein ״Schemen und nur allgemeine Ve.r- Hachung", was mit fast noch stärkeren Ausdrücken Z. Frankel in ״lieber Palast, u. Alexand. Schriftforschung“ am Schlüsse an Philon bedauert, kann nur von dem Standpunkt aus begriffen werden, der dem Judenthum ewige Entwickelung abspricht, der es, ob mit oder ohne Tendenz und sei es aus purer naiver Gläubigkeit, allen Gesetzen der geschichtlichen Ent- Wickelung zum Hohn, in alle Ewigkeit nur mit dem Gesicht sehen möchte, die ihm eine bestimmte Periode, etwa die talmudisehe Zeit, aufgedrückt hat. Man wird vielmehr umgekehrt sagen dürfen, wenn man sich auf einen umfassenderen Standpunkt stellt :die Religion des Judenthums ist durch Phi- Ion bereits zu einer Art Weltreligion erhoben worden. Das Thema des Universalismus in der alex. Schule ist damit durchaus nicht erschöpft. Es kam mir für hier nur, als durch den Gegenstand selber darauf geführt, darauf an, einige der Hauptpunkte hervorzuheben. Kehren wir zum eigentlichen Thema, der Untersuchung überden Sabbat bei Philo zurück, 80 bleibt da nur noch weniges in den Kreis derselben zu ziehen. Da ist zuerst das wenige Ha 1 ac h is ch 0, das eigentlich S abbatgesetzlicho, das Pli. kennt, das sich teils hier in Sept., teils De Migr. Abrab. an der bekannten St. I, 450 ff c. De Vit, Moys. HI § 27 ed. Rieht, findet Von religionsgeschichtlichem und gar [nicht