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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1903-01-01 · Heft 4 · p. Seite 317

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
47 (1903)
Issue
Heft 4
Article
Der Nomos
Date
1903-01-01
Page
Seite 317 (sequence 1)
Language
German
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Der Nomos in pliilonischor Ilelouchtung. 317 Ser j^omos, insonderlteii Sabbat und feste, in phiionischer Beleuchtung, an der }(and von philos Schrift Be Septenario. Von L(. Treitei. (Fortsetzung). Es ist diese Richtung zum Universalismus, welche die alexandr. Schule genommen hat, in ihrer ganzen Bedeutung, ihrem wahren Umfange, noch lange nicht in gelehrten Kreisen und selbst in der theologischen Welt genug gekannt und ge״ würdigt. Wie würde man sonst immer wieder in dem Kampf gegen das Judenthum das alte Rüstzeug hervorholen und die Bo״ hauptung von derSuperioritiit desChristenthumsübcr das Juden״ thum als blosse Vorstufe mit dem zum Dogma gewordenen Satz aufrecht erhalten wollen, dass das Christenthwm zuerst den Universalismus der Religion in die Welt gesetzt habe 't Beginnt doch C. Siegfried sein Buch ״Philon von Alex.* mit der hergebrachten Phrase : ״die Religion Israels hat es nicht vermocht, sich zur Weltreligion zu erheben, und ist am Volksthum haften geblieben*. Man weiss wohl, dass Philo keinen Nationalgott kennt. Nirgends auch, soweit ich’8 überblicken kann, ist bei Philo von eigentlichem Bundesverhältnis Gottes zu Israel die Rede. Dass ״der Lenker des Alls sich der Verwaist!'eit und Vor* lassenheit Israels annimmt*, wie er De Great Princ. II, 3(6ר ff sagt, ist doch etwas anderes. Der phiionische .Lehrbegriff streift in dogmatischen Dingen allenthalben das Thobkratische, das Particularistische ab. Das alles weiss man wohl und vermag seihst phiionische Einflüsse auf die Dogmatik des Christentums nicht zu bestreiten, wie von Aelteren Gfrörer* in seinem ״Philo u. die alexandr. Theosophie* Vorw., p. XXN, schreibt: ״der Logos Philo’s verkörpert sich und wird in Jesus Christus eine Person mit dem Messias, den die Juden erwarten*, von Neueren derselbe C. Siegfried die Abhängigkeit der Johanneischen Logoslehre von Philo's Lehre vom Logos zugeben muss (S. 317 s. Buches über Philo). Nur eines mag oder vermag man nicht anzuerkennen, dass auch auf ethischem Gebiete in der Umprägung eines Teiles des pentateuchiachen Gesetzes in allgemein sittliche Principien ein Universalismus bereits vor dem Christentum sich ins Leben gerungen hat. Man übersieht einfach Philohi und die Religionsentwickelung, die mit ihm an gefangen hat. Nur zu vereinzelt steht Harnack, der •christl. Theologe, von dem endlich in unserer Zeit das Zu-

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