Mannheim
Compact Memory

Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1903-01-01 · Heft 4 · p. Seite 308

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
47 (1903)
Issue
Heft 4
Article
Zur Kritik des griechischen und massoretischen Buches Esther
Date
1903-01-01
Page
Seite 308 (sequence 20)
Language
German
Belongs to
article
OCR quality
89% known words query
IRI
…/2829132-2829768-2829773-2884666--32130-2884719
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

308 Zur Kritik des griechischen und massoretischen Buches Esther. und ״sie zogen ihren Dolch und töteten jeden Magier, wo sie einen fanden, und wäre nicht die Nacht darüber einge-!»rochen und hätte sie abgchalten, so würden sie keinen Magier übrig gelassen haben. Diesen Tag feiern die Perser gemeinsam unter allen Tagen am meisten und begehen an demselben ein grosses Fest, welches von den Persern Magiermord (a׳/vooov׳a) genannt ist. An demselben Tage darf kein Magier sich bei Tage sehen lassen, sondern die Magier halten sich •an diesem Tage in ihren Häusern auf״; vgl. auch Ktevsias Cap. 15. Eine andere Parallele zu dem Purimfest bietet eine Inschrift von Pergamon, nach welcher das pergumenischc Volk zur Erinnerung an den siegreichen Feldzug ihres Königs Attaios III., der die Stadt von einer drohenden Gefahr rettete, folgendes Fest heschliessfc. Jeder achte Monatstag wird, da der siegreiche König an einem solchen Tage in die Landeshauptstadt eingezogen ist, für einen Festtag erklärt; der Jahrestag ist durch Procession, Opfer und Festessen zu feiern. Vgl. M. Frankel, D. Inschriften v. Pergamon, p. lf>5. VI. Das liebr. Esthorbuch ist älter als Daniel, was aus dem Verhältnis!■» der persischen Fremdwörter des Buches Esther zu denen des Buches Daniel hervorgeht;. Dass die Fremdwörter des Buches Esther der altpcrsischcn Periode angehören, ist daraus zu ersehen, dass der Vokal im Auslaut •noch erhalten ist (vgl. כרשנא, פרשגדתא, ושתי, ארידהא, הטרתא, טרפנא, אספתא), dass die Silbe y a noch nicht zu i bezw. c geworden ist (vgl. ויזתא, אדליא), dass der zweite Bestandteil in דלפון auf ap* pävun zurückgeht, das im phl zu p ä. n geworden ist, und das ysattra (in אחשתרן) noch nicht zu phl Satar, bezw. Sahar geworden ist. Ferner kommen mehrere altporsische Lehnwörter dieses Buches sonst im A. T. oder in den übrigen semitischen Sprachen nicht mehr vor und sind bereits der LXX und dem Talmud vollkommen unbekannt, wie רמך ,פתשגן,סחרת ,אחשתרן; während es im Esther kein mittelpersisches Lehnwort giebt, sind die bereits in Daniel vorkommenden mittelpersisclicn Lehnwörter als aramäisches Sprach gut empfunden worden, so dass sie niemand mehr von den rein semitischen^Be&tanäteiien unterscheiden konnte. Da auch der Charakter des Xerxes und die altpersischen Sitten in Esther 8011r richtig geschildert sind, so muss

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.