Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 47 (1903)
- Issue
- Heft 4
- Article
- Zur Kritik des griechischen und massoretischen Buches Esther
- Date
- 1903-01-01
- Page
- Seite 307 (sequence 19)
- Language
- German
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Zur Kritik des griechischen und massoretischon Buches Esthor. 307 deutschen Sprache viele Wörter biblischen Ursprungs finden. Und die christliche Terminologie der Iren sind, da Irland im 3. Jlirh. durch bretannische Missionäre zum Christentum bekehrt ist, sämtlich bretannische Lohnwörter, die wiederum aus der lafcein. Kirohensprache stammen; vgl. II. Ziimner in der Protest. Realencyclop. X3, S. 202—242. Da nun die jüdische Religion im Alten Testament weder parsische religiöse Wörter noch hebräische in parsisch-religiöser Bedeutung hat, so folgt daraus nothwendig, dass der Parsismus, trotzdem er von allen alten Religionen sicli der jüdischen am meisten nähert, auf eine so unmittelbare Weise den jüdischen Glauben iiinlit beeinflusst hat, und die alttestanientl. Keligion von der persisclien nichts entlehnt hat. ״Ganz falsch ist es, eine dirccto Beeinflussung dos Judentums durch den Parsismus oder umgekehrt anzunehrnen, so oft dies auch bis auf Lagarde hinauf geschehen ist. Was beiden gemeinsam ist, beruht in der Hauptsache auf analoger Entwicklung“ (Ed. Meyer, Entstell, d. Judentums, p. 239). Wenn auch die Juden sich stets in dem Lande, in welchem sie einigermassen Freiheit geniessen, den augenblicklich herrschenden Culturverhältnisscn völlig angepasst und die Personennamen ihrer Umgebung angonommen haben, so hat aber nie das Judentum, wie es erweislich ist, ein Fest, oder auch nur den Namen eines Festes von einer anderen Religion übernommen, ״Die Juden waren jederzeit die dankbaren Schüler der andern Yöllcer in allen Wis- Seilschaften, sie freuten sich am Borne griechischer, wie später arabischer Weisheit ihr Denken befruchten, ihre Begriffe erweitern und ihr Wissen bereichern zu können, aber in ihrer Gefühlswelt Hessen sie sich nicht von aussen beein- Hassen. Hier auf ihrem ureigensten Gebiete verschanzten sie sich hinter dem Bollwerk ihrer überlieferten Religion, in der sicli ihr ganzes Seelenleben wie in einem Brennpunkte sammelte, und die eine solche Gemütstiefe und Gcfühlsinnigkeit erzeugte, dass es in der Thatunnöthig wurde, sich an fremdem Feuer zu erwärmen.“ F. Perles, Byzant. Ztschr. X, 302. Dieses alles beweist, dass das Purimfest unter keinen Umstä.aden von den Persern entlehnt ist Ein der Entstehung des Purim sehr ähnliches Fest fand sich nach Herodot III, 79 bei den Persern, Als Darius mit Hülfe der sechs übrigen ,persischen Stammesfüraten den mediuchen Magier Gaumäta, der die Perser unterworfen hatte, gestürzt hafcN, herrschte grosse Freude bei den Persern 20»