Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 47 (1903)
- Issue
- Heft 4
- Article
- Zur Kritik des griechischen und massoretischen Buches Esther
- Date
- 1903-01-01
- Page
- Seite 306 (sequence 18)
- Language
- German
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006 Zur Kritik des griechischen und muss 0 re tischen Buehos Esther. habc>n zugleich mit der Ausbreitung des Islam auch in ande re nicht semitische Sprachen, in das Türkische, Persische, 1 iindustani Eingang gefunden. Besonders zeigt sich der Einfiuss■ einer Religion auf eine Sprache da am meisten, wo die Religion von einem sprachlich nicht verwandten Volke stammt. Hieronymus erwähnt (Ep. C71I ad Lact., ed. Vall, 1, P79) mit Stolz den Sieg der christlichen Religion über die heidnisch-römische, und in der Thatzeigt sich dieser Triumph nirgends so deutlich, wie in der Vulgata, in der die stolze römische Sprache mit ihrer Fonncnschönheit die Sklavin eines semitischen Idioms wird, dessen Eigentümlichkeiten sie sich anschmiegt, was auch bei der griech. Sprache durch die Septuaginta der Fall ist. So finden sieh Ilebraismen in der Verwendung griechischer Wörter für Bedeutungen, die den analogen hebt*. Wörtern zukommen wie ׳L7.y.00׳ü7y; (— צדקה) slpy.vשלום);/־) in der Bedeutung ״Wohlergehen“; x.o׳.v״>; ü—הול) ,,profan4*, xyvzlo; -״ י״לאך ״־Engel“, av7״T7,ut. ״vom Tode auf־ erwecken“. Und was den KinHuss der Bibel aufs Lateinische betrifft, so denke raan an verbum ״ דברSache14, via ״ דרךLebenswandel“, redemptio ״Erlösung4*, absolutio ״Vergebungwt, eonfessio ״Beichte44, conversio ״Bekehrung4*. Viele dieser barbarischen Ausdrücke in der ohristl.-römischen Sprache sind herübergenommene hellenistische Wörter der LXX, die die Ueber3ctzungen. von hebr. Begriffen sind, wie angclus, diabolus (שטן), anathema (הרם), benedictio (ברך), iubilaeum aus 'hofalxXoz יובל. Solche aus dem A. T. stammende Wörter bilden einen nicht unwesentlichen Bestaudteil des Neugriechischen und haben auch in der gotisehen Sprache (z. B. angelus, anathoima, gaiainnan, praufetus, rabbei), in der slavischen und litauischen Sprache Aufnahme gefunden. Und das Armenische, das ״auch unter der langjährigen römischen Herrschaft immer ein ungriechisches Land geblieben4* ist, hat zugleich mit seiner Bekehrung zum Christenthum, die von der griech. Kirche ausging, am Ende des 3. Jhrhts. eine Menge griechischer Lehnwörter, die zunächst auf die Religion Bezug hatten, in sich aufgenommen, wobei sich auch hebr. Wörter vorfanden, die alle aus der LXX stammen (z. B. apbphusöt ■הפשית, gehen גיהנא, com צום, dabir =דביר ־, yobeiean, rabbi, abbay, amen). Gleichfalls sind viele der Vulgata eigentümliche Ausdrücke in die romanischen Sprachen übergegangen (z. B. abbe, angel, ange, ital. angelo, abate), wie sich ja auch in der