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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1903-01-01 · Heft 4 · p. Seite 303

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
47 (1903)
Issue
Heft 4
Article
Zur Kritik des griechischen und massoretischen Buches Esther
Date
1903-01-01
Page
Seite 303 (sequence 15)
Language
German
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Zur Kritik des griechischen und massoretischen Buchos Esther. 303 er stets etwas dem Guten Entgegengesetztes schafft. Die Schöpfung des letzteren ist also eine Oppositionsschöpfung, wie dies insbesondere im I. Farganl des Vendidad ausgedrückt ist: ״Es sprach Ahuramazda zum heiligen Zurathustra: Ich machte selbst den Ort, der nirgendswo annehm־ lieh ist, zu einer angenehmen Schöpfung; denn wenn ich nioht selbst den Ort, der nirgendswo annehmlich ist, zu einer angenehmen Schöpfung gemacht hätte, so wären all die bekörperten lebenden Geschöpfe nach Airyäna vaeya gegangen, Zuerst habe ich, Ahuramazda, als den besten unter den Orten und Gegenden der guten Schöpfung das Airyfma vaeya geschaffen, dann bildete Anromainyus, der zahlreich vernichtende, als Opposition dazu eine grosse Schlange und den von den Dämonen geschaffenen Winter. Dort sind 10 Wintermonato und 2 Sommermonate, und diese lassen erfrieren das Wasser, hissen erfrieren dio Erde und die Bäume. Dann dringt ringsumher der Winterfrost in die Mitte der Erde, dann ins Herz der Erde, und es bricht ringsumher ein das Meiste der 1101)01**. Ahuramazda schafft noch 15 andere von Natur aus gute Länder, aber in jedem erzeugt Anromaiüyus irgend ein Uebel, das den guten Menschen und den nützlichen Tieren Verderben bringt. Sie beide haben die Welt geschaffen, und beide werden himmlische Wesen genannt. Vgl. Yasna 56, 7. Anromainyus bildet in jeder Beziehung den Gegensatz zu Ahuramazda, was schon in dem Namen ausgedrückt ist. Fühlt letzterer in siel 1 den Drang, nur Gutes zu schaffen und das Geschaffene zu erhalten, so sucht ersterer nur zu toten und zu zerstören und Böses zu verbreiten. Daher wird er bezeichnet als ״der viel Vernichtende“ (pouru mahrka), ״Der Böse“ (drir/vant), der Peiniger (skutera), der böse Gesetze Schaffende (duzdaena), der Uebles Wissende (duzdäo), der bö*e Wesen Schaffende (duzdäman). Ahuramazda ist der oberste der guten Eagel, Anromainyu dagegen der oberste der bösen Geister (daeva), der nur von den heilgen Zarathustra in die Flucht geschlagen werden kann (yast 17, 19; Yend. Fff), während vor seinem dämonischen, Böses verbreitenden Heere die himmlische Heerschaar des Ahuramazda den Frommen zu schützen vermag, (yast 8, 39 f u. 9, 14), Ahurmazda ist mächtiger als Anromainyu, der Mensch hat die freie Wahl sich eraterern oder letzterem anzuschliessen, vgl. Yasna 10, Iß. Die Frommen wählen sich Ahuramazda zu ihrem Herrn und schwächen

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