Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 47 (1903)
- Issue
- Heft 4
- Article
- Zur Kritik des griechischen und massoretischen Buches Esther
- Date
- 1903-01-01
- Page
- Seite 302 (sequence 14)
- Language
- German
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302 Zur Kritik des griechischen ־and massoreti* ehern Baches Esther. diejenigen, welche da» Fleisch des Schweines und das Ge- .wann und die Mäuse verzehren, sie sollen gemeinsam umkommen“. Dieses alles beweist׳, wie sehr das damals erstarkende Jtidenthum die religiösen Anschauungen der Perser bekämpft hat. Die Annahme, dass die Juden die Idee der Auferstehung, der Engel oder des Satans von den Persern entnommen haben, ist gänzlich falsch. Wir dürfen nicht ״für die Erkiärung des Aufer.stehungsgedanken unsere Zuflucht zum .Parsismus nehmen“. ״Die Lehre des A. T. vom ewigen Leben der Frommen I1a׳t im A. T. ihre wurzeleigene und sehr bedeutendo Fmtetchüngsgäschichte“, Riehm: Bibi. Ildwtbeh. 2II, 1189. In Je». 20, 10 ist es ein göttlicher Lebensthau, der die Toten erweckt, wrie bei Ezcch. 07 der göttliche Geist, der den verdorrten Knochen Leben einflösst. ..Ethisch motiviert oder vorbereitet war diese schlummernde Ahnung durch den alten Glauben an die vergeltende Gerech-' tigkeit Gottes, und deshalb tritt auch, wie wir gesehen haben, die Verheisnung der Auferstehung in einem Zusammenhang auf, aus dem hervorgeht, dass gerade die frommen Märtyrer auferstehen, deswegen weil Gott gerecht ist“. ״Die Entwicklung* ist vielmehr als eine rein israelitische aufzufassen, bei der man das, was früher für das ganze Volk geltend war, auf das Individuum überführte und damit das lndividuum[8elbstan die Stelle der Gesamtheit setzte“ (E. Stave, Einfluss d. Parsismus auf d. Judent., Ilaarlem, 1898, S. 172 F u. 200). Und was die Engel betrifft, so ״kannten die Juden die Engel bereits längst, ehe sie mit den Persern in Beruhrung kamen. Um die Einführung einer völlig neuen Anschauung kann es sich hier also schon aus diesem Grunde gar nicht handeln“. Und E. Stave a. a. 0. S. 210 ff weist nach, dass die Engel einen uralten Bestandteil der religiösen Anschauung der Hebräer ausmachten. Nun gehen wir zur Satan8vorsteilung über. Es ist ״das ausser Zweifel, dass der Satan der Bücher Hiob und Saeharja mit Ahriman-Anramainyu dem Feinde Gottes, nichts zu thun hat“. Riehms Bibi. Iidwfcb, aII, 1189. Der böse Engel des A. T. ist nicht mit dem Anromainyu zu identifizieren, denn Anvomainyu ist ein selbstständig handelnder Geist. Wärend von Ahuramazda nur das Gute in der Welt stammt, sucht Anromainyus (der böse Geist) alle diese guten Schöpfungen dadurch zu vernichten, dass