Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 47 (1903)
- Issue
- Heft 4
- Article
- Zur Kritik des griechischen und massoretischen Buches Esther
- Date
- 1903-01-01
- Page
- Seite 300 (sequence 12)
- Language
- German
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.’JOO Zur Kritik des griechischen und massoretischen Buches Esther. Y. Dass bei der grossen Zahl von persischen Fremdwörtern in der Bibel kein einziges auf das religiöse Leben der Juden Bezug hat, beweist zur Genüge, dass das Judentum in alttest a me ntlic 11 er Zeit nichts vom Parsismus entlehnt hat. Die Propheten zur Zeit Cyrus I. wenden sich mit Feuereifer gegen diejenigen Juden,' die sich im Exil dem persischen Cult zuwendeten. So findet sich in Ezechiel 8, 16—17 eine Anspielung auf die gottesdienstliche Sitte der Perser, welche die aufgehende Sonne anbeten und dabei ihr Gesicht dem Osten zuwuudten (vgl. Yasht 12, 3: Ilerod. I 131; Y1I 54, 223) und in ihrer Hand Zweigbündel (Barsom) hielten. ״Und siehe am Eingang zum Ileiligthum Gottes, zwischen der Halle und dem Altar waren etwa 25 Männer, deren Rücken dem Ileiligthum Gottes und deren Antlitz nach Osten zugekehrt waren, und sie beteten die Sonne an nach Osten hin״ (Ez. 8, 16). ״Und siehe, sie heben Zweige zu ihrer Nase auf״ (Ez. 8, 17). Und im Deutero-Jesajas, wo von Cvrus die Rede ist (Cap. 44, 28; 45, 1), finden sich viele Anspielungen auf die persische Religion, gegen deren Anhänger der Prophet polemisiert. Yon Ahuramazda stammt das Licht und alles Gute, während Anramainyu die Finsternis, die unbewohnbaren Landstriche und alles Uebel geschaffen hat. Gegen diejenigen Juden, die diesem dualistischen Zug huldigen, wendet sich nun Jesajas: ״So spricht der Ewige, dein Erlöser und dein Bildner vom Mutterschosse au, ich bin der Ewige, der alles geschaffen, der den Himmel ausgespannt hat allein, die Erde ausgebreitet hat ohne einen andern (44, 24). ״Keiner ist ausser mir, ich bin der Ewige und sonst keiner, der das Licht bildet und die Finsternis schafft, Frieden macht und Uebel schafft, ich der Ewige thue dieses alles (45, 6—7). Dem Feuer zollten die Perser die grösste Yerehrung, es ]Hess ״der Sohn des Ahuramazdau und wurde in eigenen Häusern auf einem Alter beständig unterhalten, und am Feuer war der Ort des Betens. Gegen diesen Feuercuit scheint Jos* 50, 10—11 gerichtet zu sein: ״Wer in Finsternis wandelt und kein Licht hat, der vertraue auf des Ewigen Namen und stütze sich auf seinen Gatt. Aber ihr alle, die ihr Feuer anzündet, Brände rüstet, sollt stürzen in die Glut eures Feuers, in die Brände, die ihr gezündet״. Der Prophet unter-