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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1903-01-01 · Heft 4 · p. Seite 299

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
47 (1903)
Issue
Heft 4
Article
Zur Kritik des griechischen und massoretischen Buches Esther
Date
1903-01-01
Page
Seite 299 (sequence 11)
Language
German
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Zur Kritik des griechischen und maßsoretischon Buches Esther. 299 sollen hier sogar zwei Silben, sowohl ein y, als auch ein t (bezw. d.) ausgefallen sein? Und selbst die aegyptischon Lehnwörter sind nicht mit Auslassungen von Silben und mit beliebigen andern Umgestaltungen in das A. T. eingedrungen; jeder Laut eines Lehnwortes wird, wie Herr Prot*. Erman die Freundlichkeit hatte, mir zu bestätigen, regelrecht und richtig vom A. T. umschrieben; vrgl, hierüber Z. f. Aegypt. 1889, p. 41 ff. und Steindorft in Z. D, M. G. 1892. Sowohl dieser Umstand, als auch die bereits im A1*. i. A. T., I, p. 1—10 angeführten Momente wiederlegon endgültig die Lagardesche Theorie. Uebrigens hat Lagarde selbst in G. G. A. 1890, p. 403 seine Combination zurück״ gezogen, indem er Pur von mand, ״ פוהראMahl“, syr. פוהרא ableitet. Das Wort ״ גורל פורSternchen zum Losen, Los, Geschick44 halte ich aus altiran. *f r a v a (av. f r a v i) ״Geschick44 entstanden, denn da ein Wort im Semitischen nicht mit zwei Consonanten beginnen kann, und ausserdem in Lehnwörtern der am Ende eines Wortes oder hinter einer Consonantengruppe stehende Yocal häufig zwischen die zwei vorhergehenden Consonanten tritt, was ich in Ar. i. A. T., p. 56— 57 dargelegt habe, 80 ist aus *פרו das פור geworden. Ueber die begriff!. Entwicklung vrgl, lat. s 0 r 8. Justi will פור aus phl. *p ur — gr. 7t7.a0;, idg. p e 1 o ab• leiten; (Berl. Phil. Woeh* 1902, p. 948). Da aber die sonstigen Bestandteile im Estherbuche auf die Achärnenidenzeit hinweisen, und.^das Wort im aj>. *par gelautet hätte, was keineswegs einem hebr. פ1ד entsprechen würde, 80 wäre diese Etymologie nur dann möglich, wenn dieses Wort im Altpers. ein neutraler u-Stamm gewesen wäre, *p a r u. ״Da das Purim ebenso wie das Chanukka den Charakter eines Halbfestes, d. h. eines nicht religiösen, sondern eines Ednnerungsfestes, wie die persischen ÄI3q׳G00v1a (Herod. III, 7.9), hat, 80 ist von vornherein nicht unwahrscheinlich, dass es in der That die Rettung der Juden in Susa von der Vorfolgung eines judenfeindlichen persischen Wezirs, wobei das Los (p u r) etwa bei der Bestimmung der Opfer der Veriolgung eine Rolle gespielt hat, feiern sollte, wie jenes Lichterfest an den Sieg der Makkubaer über die Syrer und die neue Weihe des profanierten Tempels erinnerte. Blutige Massnahmen gegen die Juden finden sich bei Josephos Antiq. iud. XVIII, 9, 1—9“. Justi, Berl. Phil.' W., 1902, p• 948.

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