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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1903-01-01 · Heft 4 · p. Seite 298

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
47 (1903)
Issue
Heft 4
Article
Zur Kritik des griechischen und massoretischen Buches Esther
Date
1903-01-01
Page
Seite 298 (sequence 10)
Language
German
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298 Zur Kritik dos griechischen und massoretischon Buches Esther. nun Jahn aus dieser Theorie, dass ״auch die übrigen persisehen Wörter, die sich fast ausschliesslich in H. und nur hier und da in LXX vorfinden, das Praejudiz richtiger Schreibung nicht für sich haben, und dass in ihnen wenigstens grösstenteils dieselben Entstellungen und Missverständnisse. zu vermuten sind, wie in dem Worte ״פור. Angenommen, dass die nur bei Luciau vorkoramende Lesart d>oup5׳.a die richtige wäre, so ist es schon aus rein lautlichen Gründen unmöglich, dieselbe mit dem persischen Fördiga.11 zu identi- * ficieren. Die Abfassungszeifc des Buches Esther der LXX fällt,, da bereits Joscphos dieselbe gekannt hat, in die vorchristliehe Zeitrechnung, also in die ältere Pehieviperiode, wo das in Frage kommende persische Wort noch Fravartikan gelautet hat, deren erster Bestandteil f r a y a r t als Lehnwort ins Armenische gedrungen ist (hört aus phl. frört). Der Eintritt von phl. g zu pers. y geschah aber erst nach dem 6. Jhdt. nach Chr. vrgl. Hübschmann: Pers. Stud. 243. Nun könnte Jahn sagen : vielleicht hat «PoupSia eine Aus-, nähme von dieser Regel gebildet. Allein auch diese Annahme lässt sicii ohne weiteres widerlegen, da die Form mit g in diesem pers. Worte noch um 600 n, Chr. belegt ist. (dVjpSiyzy bei Menander). Demnach hätte ein :mittelpersisches Fravartikan im hebr. zu *פרורטיבן oder, indem das erste ר aus k&kopbonisohen Gründen ausgefallen ist und das t bereits etwas weich gesprochen wäre, *פורדיגן werden können״ denn k bezw. g wird stets im Hebr, durch einen Guttural wiedorgegeben. Und auch die Griechen umschrieben jeden Guttural eines persischen bezw. semitischen Fremd- Wortes mit einem Guttural. Jahn könnte hierauf nun einwenden, dio Juden hätten das Wort nicht aus mittel persischer* sondern bereits aus altpersischer Zeit her entlehnt/und das aUpersische Wort hat doch *F r a v a r 0־ y a gelautet, was allenfalls im hebr. zu *פורתיא (*f u r t h y a) hätte werden können, und dieses wäre nun das Luciansche <J>oupS1a. Nun wird man sieb aber sagen müssen, dass eine solche Form, wenn das ursprüngliche persische־ Festzu einem jüdischen National fest umgewandelt worden sei, das alljährlich gefeiert wurde, im hebräischen Text am reinsisn überliefert sein müsste, ־ und unmöglich in einer Yariante Lucians zu suchen sei. Dass aber ein ehemaliges פורחים zu פרד hätte werden können, widerspricht allen Lautgesetzen, denn weder ein y noch t (bezw. d) hätte im Hebräischen schwinden können. Und nun

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