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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1903-01-01 · Heft 3 · p. Seite 254

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
47 (1903)
Issue
Heft 3
Article
Die Vorlesungen Ad. Harnacks über das Wesen des Christenthums
Date
1903-01-01
Page
Seite 254 (sequence 5)
Language
German
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254 Dio Vorlesungen! Ilarnacks über das Wesen dos Christenthums. sollt nicht Widerstand leisten dem Bösen; sondern so dir jemand einen Streich giobt auf deinen rechten Backen, dem biete den anderen auch dar“. ״Und so Jemand mit dir rechten will und deinen Rock nehmen, dem lass auch den Mantel. Und so dich Jemand nötigt eine Meile zu lauten, so gehe zwei mit ihm1״). Diese Forderungen, gehen allerdings über die Lehren der Schriftgelehrten weit hinaus. S i e haben zur Selbstbeherrschung und zur Ergebung in G 0 11 e s Willen aufgefordert und gesprochen: ״die geplagt werden und nicht wieder plagen, Schmähungen anhören, aber nicht erwidern, in Liebe zu Gott wirken und in Leiden heiter bleiben, für die gilt das Wort der Schritt : ״die Gott lieben, deren Licht gleicht der Sonne, wenn sie hervortritt in ihrer Kraft2 3״). Die Worte Jesu aber verlangen diese Ergebung selbst den Menschen gegenüber und dio geduldige Hinnahme des an uns verübten XJ nrochts. Noch weitergohond und strenger sind seine an dasVerbot des bösen Gelüsten« sich anschliessenden Forderungen8) : ״Wenn dich dein rechtes Auge ärgert, so reisso es aus und wirf es von dir, denn 03 ist besser, dass eines deiner Glieder verderbe, als dass dein ganzer Leib in die Hölle ge- Worten werde. Und wenn dich deine rechte Hand ärgert, so haue sie ab und wirf sie von dir, denn es ist besser, dass eins deiner Glieder verderbe, als dass dein ganzer Leib in die Ilölle goworfon werde.״ Und er hat sich nicht auf diene Aufforderung zum Kampfe gegen die böse Leiden schaft allein beschränkt, sondern geradezu die Enthaltung von derEho empfohlen und gesprochen: ״Etliche sind Eunuchen, die sich selbst dazu gemacht h&-. bon um des II i in m 0 1 r 0 i c h e s willen. Wer es fassen mag, der fasse es־4 5״). Solche Anschauungen stehen weit ab von denen der Schriftgelchrten. Diese haben auch die Bekämpfung der bösen Gelüste gefordert und denjenigen als ״den wahren Helden bezeichnet, der seine Leidenschaft bezwingt״ ß). Aber in Anwendung dos Wortes Jesaia6) ״nicht zu einer Einöde l) Matth. 5, 39 fl. Lucas 6, 27 fT. a) Sabbat 8$ b. ‘ 3) Matth. 5, 29 f. u. 18, 8 f, Markus 9, 43 ff. «) Matth. 19, ll1 f. 5) Spr. d. Väter 4, 1 c) 40, 13.

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