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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1903-01-01 · Heft 3 · p. Seite 253

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
47 (1903)
Issue
Heft 3
Article
Die Vorlesungen Ad. Harnacks über das Wesen des Christenthums
Date
1903-01-01
Page
Seite 253 (sequence 4)
Language
German
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Die Vorlesungen Harnacks über das Wesen des ChristentiiuiUH. 253 und der Demuth bezeichnen. Unter den sittlichen Eigenschäften, die für einen Scliriftgelehrten neben dem Eifer für sein Studium als notwendig erklärt werden, werden aufgezählt: ״Eie Geduld, die Herzensgute, die ruhige llinnähme der Leiden, das rechte Verständnis seiner Stellung, die Fähigkeit, sich freuen zu können mit dem, was einem Jedem zu teil geworden ist, diejenige, in seinen Worten sich Schranken aufzuerlegen und auf keine Leistung sich etwas einzubilden, das Streben, die Liebe Anderer zu gewinnen, die Liebe zu Gott und den Menschen, das Wohlgefallen an guten Taten, an der Geradheit und selbst an der freundlichen Zurechtweisung, die Fernhaltung von (dirgeizigem Streben und von Ueberhebung, der gute Wille, die Lasten Anderer mitzutragen, sie in Güte zu beurteilen, zur Wahrheit und zum Frieden zu führen1 2״). Eine Grundforderung an den Schriftgelehrten war, dass Inneres und Aeusseres, Wort und Thafc mit einander übereinstimmen1'). Und bezeichnend für ihr Urteil über das verschiedenartige Verhalten Anderen gegenüber, insbesondere für ihre Auffassung von der wahren Güte, ist folgende Zusammenstellung: ״Wer sagt, das!!einige sei raoin, das!!einige dein, der bekundet eine mittlere, (nicht gute und nicht böse) Gesinnungsart״ : ״Manche aber nennen eine solche die Gesinnungsart Sodoms,״ d. 11. der Engherzigkeit und der Selbstsucht. ״Das Meinige sei dein, das Deinige mein ist die Rede der gewöhnlichen Leute,״ die Gutes tun, um noch mehr zu empfangen. ״Was ich habe, komme auch dir zu, und was du hast, mögest du bohalten״ das ist der Gedanke des wahrhaft Frommen und dessen Gegenteil ״das Deinige und das Meinige seien mein, derjenige dos Frevlers3״). Die selbstlos wirkende Liebe, die ur.3 in diesem Spruche als die Gesinnung des wahrhaft Frommen entgegentritt, ist dieselbe, welche dio Welt in der Lehre und in den Sprüchen Jesu bewundert. Beide entstammen dem gleichen Boden und Beiden haben dieselben Quellen ihre Wasser gespendet. 5. Als Jesus eigenartig zu bezeichnen ist seine Forderung, ״auch den Feind zu.Heben* und die fernere ״Ihr נ) Perek. kinjan Thora, Spr. d. Väter VI, 6. 2) T. b. Berach 28 a, Joma 72 b. 3) Spr. d. Väter 5, 13 nach der alten Leseart in Tefillas Israel 6d. Baer.

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