Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 47 (1903)
- Issue
- Heft 3
- Article
- Das Judenthum im neutestamentlichen Zeitalter in christlicher Darstellung
- Date
- 1903-01-01
- Page
- Seite 249 (sequence 19)
- Language
- German
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Das Judenthum im neutostamentl. Zeitalter in christl. Darstellung. 249 mocht, die ״Jagd nach dem Glücke“, wobei in dor Iiogcl mehr verloren als gewonnen wird, nicht mitzumachen, sondern sich auf sich und seinen Besitz zu besinnen. Das Wesen des Judenthums liegt also diesseits der ״Brücke“. Wie Vieles dagegen ist über diese ״Brücke“ in das Christen* thum eingezogen, das aufgeklärte Forscher wegwünschen mögen, ohne mehr tlnin zu können, als sich darum herumzudrücken. Hnrnack beschliesst sein Buch (Die Mission u. s. w.) S. 546 mit den Worten: ״Die Gründe für diese erstaunliche Verbreitung haben wir zu entziffern versucht: sie liegen in dem Kern der neuon Religion (dem Monotheismus und dem Evangelium) einerseits, in ihrer Vielseitigkeit und wunderbaren Anpassungsfähigkeit andererseits“״ Ich möchte*dagegen glauben, dass es das sogenannte Athanasianische Symboium gewesen ist, das . die erstaunliche Verbreitung der neuen Religion begünstigte, jenes Symboium Quicunquo, das die Dreieinigkeit" und die Menschwerdung Gottes zum obersten Grundsatz erhob. Angesichts desselben hat das Judenthum darauf verzichtet, an dem Zug über ,die ״Brücke“ theilzu«׳ nehmen. Es ist deshalb auch nicht Weltreligion geworden, aber es ist eine auf sich selbst beruhende Welt, die allen Stürmen trotzt. Die Vorlesungen ß. |Carnacks über Das Wesen Des Christenthnms. Besprochen von Dr. J0S. EsefielbacheP, (Fortsetzung). Aus dieser Tendenz heraus worden uns Stellen verständlich, wie ״Ihr habt gehört, dass gesagt ist: ״Du Rollst (deinen Nächsten lieben und) deinen Feind hassen״• Ein solches Gebot ist nie gegeben worden, weder vom Alten Testament, . wie der WortLaut dieses Spruches annehmen lässt, noch auch von. den Schriftgelehrten, wie christliche Gelehrte zur Verteidigung dieses auffallenden Spruches glaubten annehmen zu dürfen. Ein Satz der mosaischen Gesetzgebung ist allerdings das Wort ״Auge um Auge, Zahn um Zahn“1)• Aber seine Form und der Zusammenhang, in dem es steht, lassen mehr 2 (י B. M. 21, 24. 3. B. M. 24, 20. 5 B. 19, 21.