Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 47 (1903)
- Issue
- Heft 3
- Article
- Das Judenthum im neutestamentlichen Zeitalter in christlicher Darstellung
- Date
- 1903-01-01
- Page
- Seite 248 (sequence 18)
- Language
- German
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248 Bas Judeatbum im ne Utes tarne Dti. Zeitalter in dbrist]. Darstellung. mit *0 grossem. Erfolge für seine innere Entwickelung und sein äusseres Ansehen sich bemächtigt har. Aber das Griechenthurri fand bei seiner stürzbachartigem Ueberfluthung des Orients in der ersten Zeit, wie das I. Makkabäerbuch ausführt, auch im Judenthum keinen erheblichen Widerstand, zu welchem es dann späterhin um so energischer sich aufraffte. Der Instinct der Selbsterhaltung kam zur Geltung. Selbst Philo hat bei aller schwärmerischen Begeisterung für das Judenthum durch Entfesselung der Allegorie dasselbe fast verflüchtigt, und B. hat ganz Recht, wenn er S. 410 von dem al ex arid rin i sehen Judenthum, dessen vornehmster Repräsentant Philo ist, bemerkt: ״Es hat in der That die Brücke geschlagen, auf dem das Evangelium in die Welt einzieben konnte״. Man merke sich dieses Bild! Für die Erkenntnis der genuinen Entwickelung des Judenthums ist die helleniätische Litteratur aas diesem Grande so bedeutungslos, wie sie iür die Entstehungsgeschichte und da« Wesen des Christenthums bedeutungsvoll ist. Ganze Kapitel bei B., welche die Seiten 313—391 ausfüllen, die Angelologie, der Dualismus, die Dämonologie, die Hypostascn-Spekulation. u. 8, w. bekräftigen diese Behauptung, denn die gehen von der falschen Voraussetzung aus, als ob die fremdartigen Stoffe, welche der Hellenismus anschwemmte, einen nennenswerthen Einfluss auf den Entwicklungsgang des Judenthums ausgeübt hätten, was nicht der Fall gewesen ist, Das letztere hat seine Energie und Lebenskraft vielleicht am glänzendsten dadurch bewiesen, dass es jene Elemente schnell wieder ausgeschicdcn har. Baädensperger (a. a. 0. S. 19) ־* urtkeilt ganz richtig, wenn er von den Rabbinen sagt: ״Sie scheinen die spätjüdische, von vielen persischen, babylonischen, griechischen und anderen fremden Elementen alterirte Entwickiung als eine sündige Verirrung angesehen zu haben und bemühten sich, wieder in das gemeine Fahrwasser des Judenthums einzulenken״. Doch handelt es sich nicht um ״das gemeine Fahrwasser64, sondern darum, den krystallklaren monotheistischen Gottesbegriff vor der Trübung und der Verdunkelung zu bewahren. Tantae molis erat. Sie Leistung war gegenüber den mächtigen Einflüssen der griechischen Weltanschauung keine geringe. Ich komme noch einmal auf das von B. gebrauchte.Bild der ״Brücke״ zurück. Vor dieser Brücke haben die grossen palästinensischen Lehrer des Judenthums dasselbe zurückgestaut und es dazu ver-