Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 47 (1903)
- Issue
- Heft 3
- Article
- Der Nomos
- Date
- 1903-01-01
- Page
- Seite 228 (sequence 15)
- Language
- German
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22S Der Nomos ia phiionischer Beleuchtung, scheint lockend! das Thema weiter zu verfolgen in der Richtung, dass man in der Geschichte der jüd. Religionsphilos. der Auffassung des S&bbuths als Culturfactors weiter nachspürt. Da findet man bald, dass die Vertreter der span.-jüdisehen Schule der mittelalteri.Rel.־Philos. sieh dieser Auflassung angeschlossen. Sagen doch die Commentatoren, Ibn Esra und Nachmani nur zu nennen, zum Decalog an der betreffenden Stelle, dass das Gesegnetsein des Sabbats eben darin besteht, dass der Segen ein geistiger und geistlicher לקבל הנפשות תוסב׳ חנטר. ובו׳. Es liegt nahe anzunehmen, dass das directe Fortbildung des Gedankens in Josaj. 58, 13 ist. Von der Geschichte auf das Lehen, die Gegenwart, übergegangen, verdient darauf hingewiesen zu werden, dass auch unsere Zeit, und unsere Zeit erst recht, diese Seite der Sabbathideo stark betont. Uebergehend zu der eigentlich social-ethischen Bedeutung des Sabbaths, nach der er Uebung von Humanität ist gegen Alles, was dient, fährt Pli. in unserer Schrift 1. 1. nach einem etwas wunderlichen Uebergang (Ätz voo; x~zi- \>ד7׳כ£p0'j;f als ob die geringe Neigung zu gehorchen nicht umgekehrt eher ein Hindernis wäre) also fort: dazu das andere geboten ist, <11188 nicht bloss die Freien sich der Geschäfte an Snbbuthen zu enthalten haben, er der Gesetzgeber giebt auch Dienern und Dienerinnen Ferienstand, beinahe die Freiheit ihnen nach sechs Tagen verkündend, womit er beiden Teilen eine gar treffliche Lehre giebt: den Herren, dass sie sich gewöhnen, selbst zu arbeiten, und nicht zu warten auf Dienstleistung des Gesindes, damit, wenn, wie im Wechsel der Dinge, unvorhergesehene Nofch über sie kommt, sie nicht durch Ungewohntheit der Selbstverrichtung dem, was ihnen dann aufgetragen wird, ohnmächtig gegenüber stehen* sondern elastisch an allen Gliedern, init Leichtigkeit und Behendigkeit arbeiten. [Auch das ein beachtenswerter Zug von Soeiaiethik ״der Herr soll selbst arbeiten!״]. Den Dienenden aber giebt es die Lehre, dass sie nicht die Hoffnung auf bessere Zeiten aufgeben, sondern indem sie die Erholung nach sechs Tagen haben, als einen Rest von Freiheit, die gänzliche Freilassung erwarten, wenn sie brav ihrem Herrn ergeben bleiben. Aus diesem beiderseitigen Verhältnis wird aber dann das andere sich ergeben, dass das Menschenleben sich zur höchsten Tugend ausgestaltet, indem so die scheinbar in glänzenden Verhältnissen sich Befindenden wie die Unscheinbaren an Gleichheit und