Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 47 (1903)
- Issue
- Heft 3
- Article
- Der Nomos
- Date
- 1903-01-01
- Page
- Seite 225 (sequence 12)
- Language
- German
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Der Nomos in philunisckor Beleuchtung. 22r> Sabbats geht Ph. von dem Gedanken aus: der Sabbat ist die Grundlage der Volkshygicne und wie dem leiblichen, auch dom geistigen Wöhle dienend, er ist ein Culturfaetor und stellt unter realen Verhältnissen die einzige Möglichkeit dar, geistiges Leben neben den anderen Interessen noch zu pflegen, den Menschen nicht ganz iin Materiellen versinken zu lassen. An diesen Segnungen des Sabbats sollen aber, fährt P11. fort, so den Uebergang machend, nicht nur Freie, sondern auch die Dienenden teilnehmen, also wird ihm der Sabbat zur sooialcn Institution. Der Sabbat ist ihm zu dem Zwecke da, die Klassenunterschiede im socialen Leben auszugloichen oder doch zu mildern, das Los der dienenden Klassen, der dienenden Geschöpfe überhaupt bis zum Arbeitsvieh im Hause zu erleichtern. Es 8011 zum Beleg zuerst die Stelle De Sept. II p. 284 M. in Uebersetzung ganz hergesetzt werden : Passend darf der Sabbat Geburtstag der Welt genannt werden, sofern da das Werk des Vaters vollendet aus vollendeten Teilen zur Erscheinung kam [av2׳pav7) Laurent.]; es ist an ihm Enthaltung von aller Werkthätigkeit geboten, nicht als ob das Gesetz leichtsinniges Nichtsthun einführen wollte; gewöhnt ja dasselbe an Mühsal und Drangsal, Müssiggiinger und Nichtsthuer weist es geradezu fort; es heisst ausdrücklich in ihm: 6 Tage solle man arbeiten; nur dazu ist’s, dass durch wohlabgemessene Ausspannung dem Körper Ruhe und Erholung von den körperlichen Mühen gewährt, und dadurch seine Kraft zu der gewohnten Lebensthätigkeit erneuert werde. Athleten selbst, nicht bloss gewöhnliche Menschen, sammeln indem sie zwischen hinein Athen! holen dürfen, Kraft, und mit der also erhöhten Leibeskraft unterziehen sie sich dann unverzüglich und ertr'agungsstark jeglicher Leistung. Statt körperlicher Beschäftigung aber gestattet es [das Gesetz] die besseren Lebensthätigkeitcn an den Sabbathen. Es sind das die Beschäftigungen mit der Lehre der Tugend; er mahnt, Philosophie zu treiben, indem das die Seele und ganz besonders die führende Vernunft fördert. Von besonderer religiousgeschichtlicher Bedeutung ist der übrigens ziemlich bekannte Passus, der unmittelbar darauf folgt :.,GeöSn et stehen an den Sabbathen in jeder Stadt zahlreiche Schulen der Weisheit, Massigkeit, Tapferkeit uti d Gerechtigkeit wie der anderen Tugenden.1 Da sitzt der eine Theil geordnet, in Stille, das Ohr gespitzt, mit Spannung, wissensdurstig, ein Anderer erhebt sich, von den Weisesten Moaftteaohrift, 47. Jahrguag. 15