Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 47 (1903)
- Issue
- Heft 3
- Article
- Der Nomos
- Date
- 1903-01-01
- Page
- Seite 224 (sequence 11)
- Language
- German
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224 Der Nomos in philonischer Beleuchtung. ״ האפונה בחדוש העולםdie wichtige Glaubenswahrheit von Erschaffung der Welt im Menschen befestigend״. Wir schon sie weiter recipirt in dem auf dem Taliiuulisinus fassenden Gebetritual, wie in מנוחת אהבה ונדבה die Ruhe des Sabbats als Hingebung an Gott bezeichnend oder das dogmatische Moment ausdrückend זכר למעשה בר׳. Anders bei Philo. Der Grundgedanke, von dem er bei der gesummten Darstellung des mosaischen Gesetzes au8geht; ist: das mosaische Gesetz ist von Anfang bis Ende ein System der Socialethik, ein Gedanke, dein er auch in unserer Schrift De Sept. II, 289 M. beim Sabbat selbst, ganz besonders aber ibid. II. 289 M. Ausdruck gegeben. ״Besonders aber hat er die Sabbatruhe des Landes eingeführt, um des Princips der Menschenliebe willen; dieses musste nach dem Willen des Gesetzgebers in jedem TheiJ. seiner Gesetzgebung mit einverwebt sein, damit die Leser der heiligen Schrift gemeinnützigen, mildthätigen Charakter annehmen״. Philo ist eine Hauptquelle für Sociaiethik des Judenthums, er hätte bei der Aufzählung der Quellen jüdischer Sittenlehre in Lazarus Eth. des Jud. wohl Erwähnung verdient; L. zählt als Quellen die Bibel, Talmud und Midrasch, Religionsphilosophen wie־ Maimonides auf, nur Philo’n nicht. Oder ist es eben das, dass Ph. nach dieser Seite hin bis in die gelehrtesten Kreise nicht bekannt ist, dass er auch da nur umgekehrt für den gilt, der das Gesetz durch seine Allegöristik aufgelöst? Dieser seiner Gesammtauffassung vom Gesetz entsprechend ,erblickt er auch im Sabbat vielmehr eine sociale Institution. Er ist ihm göttliche, abor nicht theokratische Institution. Nicht, dass ihm das dogmatische Moment ganz unbekannt, er gedenkt dessen ganz summarisch am fremden Ort, bei Tischendorf Philonea c. XXXIV. ״die Seele empfange am Sabbat die Vorstellung von Gott als Weltschöpfer, Welterhalter, ferner De Migr. Abrah. I, 450 M. mit folgenden Worten: ״Nicht etwa weil Sabbat die symbolische Lehre von der Allmacht des Unersohaffenen ist, wollen wir u. 8. ■vr!Bezeichnender Weise ,aber trägt er solches als aus dem Munde• Anderer vor, der״ jenigon nämlich, die ausser symbolischer Bedeutung desselben vom Sabbat nichts gissen wollen, ihm, dem der Sabbat eine praktische Institution i. Jud. ist, liegt die Bedeutung des״ selben auf ganz anderem, eben social ethisohem Gebiete. In der weiteren Darlegung der rein ethischen Motive des