Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 47 (1903)
- Issue
- Heft 3
- Article
- Der Nomos
- Date
- 1903-01-01
- Page
- Seite 222 (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 90% known words query
- IRI
…/2829132-2829768-2829772-2884552--32036-2884595- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
222 Der Xomos in phiionischer Beleuchtung. mit seiner Tlieorie von Uebcreinslimmun״ zwischen dem geoflenbarten und dem Natur-Gesetz auf rein ethischem Gebiet. Fh. hat übeahaupt hier nichts vom Midrasch, es ist völlig selbständige fundamentale Auffassung des mosaischen Gesetzes* Soll eine Abhängigkeit angenommen werden, so ist es Abhängigkeit von •griechischer Philosophie, speeiell dem Stoioismus, dessen ethischem fyundprincip, das bekannte secundam naturam vivere hier ganz unverkennbar als der Einschlag phiionischer Theorie erscheint. Es ist auch hier nichts anderes als Verschmelzung von Mosaismus und griech. Philosophie, der jüd.-alex. Syncretismus. Wichtiger als die Frage, ob Aehnlichkcit oder Berührung hier mit dem Midrasch besteht, ist das, dass ganz derselbe Gedanke wie liier bei Philo von Ucbcroinstimmung zwischen der Natur und den Forderungen des mosaischen Gesetzes in der mittelalterlichen Iteligionsphilosophic des Maimonides wiederkehrt; כי התורה התרסה בטבע תסיר ותשלים העגיגיי הטבעיים על.צד א׳ Maimuni, (More III. c. 43,, nach Joel’s Uebers. in den Beiträgen zu der Gescl». d. Philos. ״Moses Maimonides6) das Gesetz ist mit der Natur stets im Einklang und ergänzt gewissermassen dieselbe. Die Aehnlichkcit zwischen Philo und Maimonides ist geradezu frappant. Schwerer ist 08 sie zu erklären. Liegt uns hier eine der geschichtlichen Einwirkungen phiionischer Lehre vor? ״Geister“, wie Joel, (Beitr. z. Gosch, d. Ph. II. ״Uebcr Philo“), geistreich und wahr sich ausdrückt, ״gehen durch die Luft“. Odor ist es zufälligos Zusammentreffen zweier denkender Köpfe, die unabhängig von einander, nur weil sie von ähnlichen Gesichtspunkten ausgegangen, zu derselben religionsphilos. Ansicht gelangten? Eiue feine Nuance besteht freilich daneben doch; indem nach M. die Natur nicht sohlchtlnn es ist, der die Führerschaft des Lebens zufällt. Sie hat ihre Defecte, die erst durch die Vernunft, wiedergespiegelt in der Thora Mosis, ausgefüllt 80in müssen, ehe sie dazu geschickt wird. Dies wie so manche andere Frage, die sich daran knüpft, das Verhältnis der beiden grossen Kepräaeutanten wie ihrer Zeit 80 besonders der Zeitphilosophie, die sie gelehrt, zu erörtern, bleibt besser für einen Excurs ״Philo und Maimonides“ Vorbehalten, der denn doch einmal geschrieben sein will; damit auch ein Lieblingsgedanke Z. Frankefs verwirklicht werde. III. Die Eeiho der eigentlichen Kühe- und Festtage beginnt auch bei Philo mit, dom Sabbat. Es ist demselben in