Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 47 (1903)
- Issue
- Heft 3
- Article
- Der Nomos
- Date
- 1903-01-01
- Page
- Seite 219 (sequence 6)
- Language
- German
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Der Nomos in philonischor Bolouchtung. 219 roligiöson Festen zu zählen. In der That ist es auch nichts anderes als griechische Zeitphilosophio, der Philo seine Theorie von Tugend- und Glückseligkoitsidoal entnommen, es ist die GHiekseligkeitslehro nncharistotelischor Philosophie, specicll des bei .Philo in. Betracht kommenden Stoicismus, mit seiner starken Betonung dos Rechts des Individuums gegen Platoa Lehre vom Staat, dio Philo hier auf jüdisches Lchrgobiet übertragen, 08 ist das Bild de*8 griechischen Weisen, wie jeder Zug in der mit behaglicher Breito gegebonen Ausmalung zeigt. Wir hätten somit hier ein bosonders instructives Beispiel von Syncretismus der jiid.-alox. Schule, dio Judentum und Hellenentum, zu einem verschmilzt, zu dem dio griechische Philosophie als Philos geistig«*. Nährmutter den Inhalt, das Judenthum als sein Nährvater, wenn man so sagen darf,־ bloss den Namen hergegehon. ״Aber“ fährt dann Ph. wie im Selbsteiawurf fort, ״die Glückseligkeit des Weisen ist doch keine absolute, er bleibt, so sehr er auch der Sphäre bürgerlicher Treibens sieh entrückt hat, dem Naturgesetz mit soinon zahlreichen Störungen und Trübungen geistigen Wohlbefindens doch unterworfen : das wahre Fest, die wahre Festfreude44, schliesst Ph. diesen Passus, ist zu hoch für den Menschon. ״Die Feste sind Gottes, er nur ist’s, der wahrhaft Feste leiert; ״wie er Levit. 23. 2 auslegt, und er hat damit soino ganze bisherige Theorie vom Fest selber ad absurdum goführt, was er bis dahin als Fest ausgemalt, ist nur uneigentlich Fest zu nennen. Philo gelangt nun orst auf realen Boden und geht damit zur Darstellung der eigentlichen religiösen Feste über, wio im nächstfolgenden Capitol. Denn Philo weiss recht wohl, was dio Attribute eines wirklichen Festes im Judenthum sind. Er hat sich darüber in der kleinen Schrift ״das Korbtest“ als Anhang zu De Sopt. bei Tischendorf XXXII ausgesprochen. ״Ks gehört dazu44 sagt er daselbst, ״dass dio ganze Gemeinde es als Fest feiero, sodann, dass eine Opfergabe auf den Altar gobracht werde, und endlich, dass die Anzahl der Tage, wie lange ein Fest dauert, bestimmt sei. Das sind durchgehends zutreffende Definitionen, Ich kann dieses Capitol nicht verlassen, ohne im Vor- 'beigehen einen Irrthum Öonybeares, des neuesten Herausgeber8 von Philo’sde Vita Contempl. bezüglich der Auffassung des Passus 2001 y*P 'X ~ap *EVX71<71v 7! -?rapi (ixpjiapot; «׳?r/jTal coyia; in uns. Cap. II, 279 M. anf. zu widerlegen. Auffallend