Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 47 (1903)
- Issue
- Heft 3
- Article
- Der Nomos
- Date
- 1903-01-01
- Page
- Seite 218 (sequence 5)
- Language
- German
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218 Der Nomoa in pinionischer Beleuchtung. Garbe“ wie Pb. die Erstlingsgarbe nennt. Es folgt dann als VJ. das Pest der ungesäuerten Brote; Fest der ungesäuerten Brote und Passah zählen für zwei Feste bei Pli., das VII. ist das Wochenfest, das VIII. das Neujahrsfest, bei Philo ״Ispou|A7,v[x genannt; das IX. das ״grosse Fasten80 ״ heisst boi ihm das Vorsöhnungsfest und den Schluss als X. bildet das Ilüttenfcst. Uebcr hier gebrauchte, abweichende Benennungon gedenke ich mich weiter unten auszuspreehen, wo von den einzelnen Festen noch besonders zu reden ist. II. In wiefern der Nomos — das Gesetz — joden Tag als einen Festtag bozoiohnet. Philo ist sich der Sondorlichkeit solcher Theorie wohl l>ewusst.Um 80 schwunghafter leitet er das Capitol mit der Berner״ kung ein: Jeden Tag des Lebens stempelt das Gesetz zum Fest, wenn es schuldloses Lehen ist, der Mensch in Uebereinstimmung mit der Natur und ihren Gesetzen sich befindet. Ja, fährt er fort: ״herrschte nicht das Laster in der Welt und behielten die sittlichen Mächte die Oberhand, das Leben wäre von Anfang bis Ende nur ein langer, ununterbrochener Festtag“, und weiter unten : ״wären dio Menschen alle, wie die Natur es will, ohne Fehltritt, ohne Schuld, sie liebten weises Thun, Hessen sich durch nichts in der Weit beherrsehen, als nur durch das Gute, dieses um seiner selbst willen liebend, dio Menschenwohnungen müssten voll Glück״ Seligkeit sein, es gäbe keine Trauer, keine Furcht, kein Augenblick wäre ohne Heiterkeit, der ganze Jahreskreis müsste nur ein Fest sein“, (in der Mangcy’sehen Ausg. II. 278 1F. bei Tinchendorf Philonea u. u. c. IX.)* 1). Lass dies schwärmerische Begeisterung und eino noch schwärmerischere Ausmalung des Tugend- und Glückseligkeitsidcals ist, wie man es vielfach.bei griechischen Philosophen liest, erkonnt man auf den ersten Blick, man fragt sich verwundert auch, wie Philo dazu kommt, dieses Fest zu nennen, es gar zu den l) Ich citiro, wie allgemein üblich, nach der Ausg. Mangoy Tom. 1. 11. II, hoi Büchorn, für dio bereits dio Ausg. Colin-Wendland zur Vorfügung stellt, nach diosor; danobon auch, wo Nachweis nach Paragraphen־־" Einteilung angozoigt erscheint, nach der Hichter'schen Ausg., für Do Sept. spocioli nach Tischomlbrf’s Ausg., dio statt des in den bishorgon Ausgaben arg verstümmelten Textes zum ersten Mal einen vollständigen Text bietet, indem sie den cod. Laurent. — nach Cohn eine der glaubwürdigstoß Ilandaeh. — zum Abdruck bringt.