Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 47 (1903)
- Issue
- Heft 3
- Article
- Der Nomos
- Date
- 1903-01-01
- Page
- Seite 217 (sequence 4)
- Language
- German
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Der Nomos in phiionischer Boloucktung. 217 Schriften, nicht eigentlich halachischer Dinge, die dieses Fragment enthält, näher bekannt geworden ist. So ist es gekommen, dass von dem ganzen grossartigen Cultur- und Religionsprocess, der sich im Sclioosse der jüd.-alex. Schule vollzogen, gegenüber dem Buchstaben des mosaischen Gesetzes, von der Wandlung, welche die Gesetze und Institutionen des Mosaismus in ihr erfahren, indem durchweg eine Entschränkung, ein Abstreifen alles Nationalen mit ihnen geschehen, oder vielmehr ein Positives,, der Universalismus in der Religion, aus ihnen hcrausgewachsen ist, bis jetzt blutwenig bekannt geworden ist. Geht auch die Wissenschaft vornehm an Tagesfragen vorüber, immerhin verschlägt es ihrer Würde nicht, einen Impuls daraus zu nehmen, die Tagesfragen wissensehaftlich zu vertiefen, und die Praxis hat es zu beklagen, wenn bei Abwehrbestrebungen gegenüber den fortgesetzt gegen das JudoLtlnim erhobenen Anklagen, dass es die Religion des Particulammus sei, jüdischerseits immer wieder verabsäumt wird, hier Philo’n ins Feld zu führen, bei dem der ganze Univor״ salismus der Religion bereits vorgezeichnet ist. Kurz, das ist hei Philo’n die Gedankenwelt, die noch zu erschlossen ist, wozu die nachfolgenden Blätter einen Antang liefern wollen. Das Thema der Feste, Sabb&the, Sabbathjahr miteingerechnet, ist gewählt worden, und was damit geboten erscheint, ein näheres Eingehen auf die Phiionische Schrift De Septenario als Ilauptquelle, aus naheliegenden Gründen. Es hat ein actuelles Interesse für uns, speciell den jüdischen Theologen, die Ideen kennen zu lernen, die die jüd.־alex. Schule gerade mit Sabbath und Festen verband, und es ist manches dabei, was uns die Anschauungen unserer Zeit dort bereits vorgezeichnet finden lässt. Und damit zu Philo selbst! I. Zählung der Feste. Philo zählt zehn Feste, zum Teil unter eigenartiger Benennung. ״ Jeder Tag ein Festtag P Damit beginnt bei ihm cie Zählung der Feste; er widmet dein ein eigenes Cäpifcel. Es wird gleich weiter darauf zurückzukoramen sein. Das zweite (II.) Fest ist der Sabbath, das dritte (III.) der Neumondstag, gefeiert am Tage der Conjunction von Sonne, Mond und Erde, das vierte (IV.) Passah oder Ueberschreitungsfest; das ist bei Philo nur der eine Tag der Darbringung des Passahopfers. Das V. Fest sodann ist der Omertag, genannt nach der Darbringung ״der heiligen