Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 47 (1903)
- Issue
- Heft 3
- Article
- Der Nomos
- Date
- 1903-01-01
- Page
- Seite 216 (sequence 3)
- Language
- German
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21() Der Nomos in pliilonischer Beleuchtung. seinen sonstigen Arbeiten hinausgekommcn, sieht man ab von der einen, etwas längeren Monographie desselben. ״Zur Ethik des jüd.-alex.׳ Philosophen Philo״, ersch. M.-S. XVI, 26, in der doch auch manch schiefes Urteil gefällt worden und ihm auch so manches entgangen ist. Wie hätte er sonst bei Phdie Er״ wäbnung eines obersten Religionsprincips, wie des ואהבה אה השם vermissen können, da solches in der Schrift de Vict. Öfter. II, 257 M. deutlich zu lesen; T0:uv2c 52 2<7tlv gcutqv */.TA. Wie hätte er auch ohne Voreingenommenheit gegen die ganze Richtung der jüd.-alex. Schute, eben daselbst den Vorwurf gegen dieselbe erheben können, dass ״die Tugend ihr nicht eine aut das Leben gerichtete höhere Thätigkeit“, dass sie kalt, teilnamios, in bequemer Selbstbeschauung sieh dem Dienste tätiger Nächstenliebe entziehe. Ein unbefangenes Eingehen auf den Inhalt auch nur der einen Schrift De Sept. hätte ihn überzeugen müssen, dass diese Schule durchaus ein Doppelgesicht zeigt, dass sie neben Empfehlung der Ideale eines gottbeschaulichen Lebens, als nur für den Weisen bestimmte, doch auch eine realistische Welt- und Lebensanschauung durchaus nicht verläugnet. Frankel ist eben Philo’n doch nicht ganz gerecht geworden, daran hat ihn sein einseitig talmudistischei: Standpunkt verhindert, von dem abkanzelnden Ton nicht zu reden, den er unserem Ileligionsphilosophea gegenüber anschlägt. Eine Zusammen- Stellung von Philo und der Halacha, die dann von einem seiner Schüler unternommen worden, lässt nur zu sehr den kritischen Standpunkt, jedes Eingehen auf die Geschichte, die geschichtliche Entwickelung des Gegenstandes vermissen. Mit dem Erscheinen von C. Siegfrieds ״Philo v. Alexandria als Ausleger des Alten Testaments״ u. a., in den 70-ger Jahren des vor. Jalirh. und ganz besonders mit J. Freudenthals tiefeindringenden ״Hellenistischen Studien״ ist dann wenigstens der alexandrinische Midrasch oder die Haggada bei Philo in helleres Licht gerückt worden, das H&lachische, das Eigcnthümliche in Auffassung und Auslegung der mosaischen Gesetzgebung und, um den Kern der Sache zu nennen, die ganze Summe religionsphilosophischer Begründung dieses Religionsgesetzes blieb nach wie vor unbeachtet, im Dunkel, das auch durch J. Bernays* kleine, nach der philologischen Seite hin glänzende Abhandlung ״Philos Hypothetika״, ersch. in den Monatsber. der Berk Akad. derWiss. 1876, nicht gemindert worden, höchstens, dass eine Summe ethischer Leben8vor-