Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 47 (1903)
- Issue
- Heft 3
- Article
- Zur Kritik des griechischen und massoretischen Buches Esther
- Date
- 1903-01-01
- Page
- Seite 204 (sequence 4)
- Language
- German
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- Origen 1× ep/1025440
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204 Zur Kritik dos griechischen und massoretibchen liuohos Esther, Auch Origenes der c. 230 nach Chr. die Hexapla verfasste, bietet ein willkommenes Zeugnis für das hohe Alter des massoret. Textes. (F. Field: Origenis Hexapla, Buch Esther enthalten in Bd. I, 703—SOG). Er überliefert uns folgende Namen in 1, 10: Aly.ooay.v, Za[iaO־a (Var. Bz^iv) 'Apjiovy, By.vaJ־y.v, Za.p'/.»>, ,Ayap^y.;. Die Varianten ///'ixlb. und Bz^av setzen die ursprüngliche Form Ba£z0•i voraus. Ebenfalls durch Silbenumstellung ist ZzpaO• aus 11. זתר entstanden.?A/y.p[iy; int aus כרכם verlesen, denn כ ist häufig nicht von ב zu unterscheiden. Die Eigennamen des Hieronymus der c. 400 nach Chr. lebte, sind sämmtlich correct. 1, 10. Mauinan, Bazatha, Harbona, Bagatha, Abgatha, Zethar, Charchas; 1, 14: Charsena, Sethar, Admatha, Tharsis, Mares, Maicsana, Mamuchan. Also ist die Theorio Jahns, dass infolge des Fehlens der Eigennamen bei Lucian und Josephos diese in LXX erst nach dem Zeitalter Lucians eingeschoben seien, woraus dann der bebr. Text seine Eigennamen genommen hätte, völlig haltlos. Dass die LXX-Namen in 1, 10 u. 14 ursprünglich mit denen des hehr. Textes übereinstimmten, wird im folgenden nach gewiesen werden. Nun fragt es sich, in welchen von den beiden Texten sind diese Namen corrumpiert, hat überhaupt die LXX von vornherein die Präjudiz der correcten Ueberlieferung von Apellativen für sich? Wie lässt es sich ferner bestimmen, welche von den so vielen Varianten, die die LXX bei den Eigennamen aufweist, die ursprüngliche ist? Jahn berührt gar nicht diese Grundfragen, sondern für jede griech. Variante hat er ohne weiteres auch eine entsprechende hebräische construiert, ohne einmal in dieser Hinsicht auch die armenische Bibel, die ja im Anfang des 5, Jhrhts. entstanden ist, und auf die LXX zurückgeht, oder die Vetus latina, die die älteste latein. Ueborsetzung der LXX bildet und nach der allgemeinen Annahme im 2. Jhrh. nach Chr. verfasst ist, oder Josephüs zu Räte zu ziehen. Die äthiopische Bibelübersetzung bat, da sie sehr jung ist, keinen Wert für die Reconstruction des LXX-Textes. Der Vollständigkeit halber führe ich bei der Untersuchung der Personennamen auch die äthiop. Form an. Herr Privatdozent Dr. Iiorovitz war so freundlich, mir diese Eigennamen aus dem noch unedierten äthiop. Estherbuch (Ms. II. 7. Frankfurt a, M., beschrieben von L. Goldschmiedt: D. abess. Handschr., S. 20) auszuziehen. Jeder, der sich etwas gründlieh mit der LXX beschäftigt hat, muss zur Ueberzeugung