Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 47 (1903)
- Issue
- Heft 3
- Article
- Zur Kritik des griechischen und massoretischen Buches Esther
- Date
- 1903-01-01
- Page
- Seite 203 (sequence 3)
- Language
- German
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Zur Kritik des griechischen und massoretischen Buches Esther. 203 tene Grieche Aquila eine neue griechische Uebersetzung des A. T. anfertigte, die sich dem Urtext mit buchstäblicher Treue anschloss, von der leider nur Bruchstücke auf uns gekommen sind. Nach Jahns Theorie muss dieser jüdische Interpolator sehr einfältig gewesen sein; er, dem es doch nach Jahn daran gelegen war, eine persische Färbung der Esthorgeschichte zu geben, er hätte, wenn er schon sein־ eigenes Gehirn nicht anstrengen wollte, um für 1, 10 u* 1, 14 entsprechende Namen selbst zu erdichten, unter allen Umständen eine persische Chronik vornehmen können, wo er ganz gewiss 14 Namen gefunden hätte, und diese wären doch dann persich gewesen. Aber die ganzo Theorie Jahns ist unhaltbar, denn die Peschito setzt bereits in 1, 10 u. 14 die Namen des hebr. Textes voraus. Die Peschito ist bereits am Ende des 2. Jhrhts. nach Chr. abgofasst und zuletzt im 4. Jhrh. einer nochmaligen Recension unterworfen worden, um sie in Uebereinstimmung mit der LXX zu bringen; vgl. Tfc. Duval: Anciennes litteratures ehret. II, 32 ff. Nach Kaulen, Einl. in die hlg. Schrift124 ״ ist die Peschito des A. T. bereits im Laufe des I. Jhrhts. nach Chr. entstanden. ״Von der syrischen Uebersetzung haben wir sehr alte Handschriften bis ins 5. Jhrb. und ausserdem in den Citaten des Aphraatcs und Ephrem ein reiches Material zur Controlle aus dem 4, Jhrh.״ ״Von hervorragender Bedeutung ist die Peschito namentlich für die Geschichte der Exegese״ (H. Cornill, Einl. 1. A, T.4 342). In 1, 10 hat nun der syr. Text folgende ׳Namen: סהיכנא, בזתא, רחבונא, בגהא, אגבותא, תרש, זתר, ברכש (bezw. ברכש).. Sämmtliche acht Namen des syr. Textes sind aus dem massoret. entnommen, nur dass der erste Name zu dem ,fast gleichklingenden syrischen Wort ״ מהיסנאEunuch״ um ge wand eit ist, und in zwei Namen Umstellung von Konsonanten stattgetunden hat (אגבוהא ,רחבונא). Die letztere Form ist jn Anlehnung an die grieoh. FxfioüO•«? entstanden. Der überzählige תרש, der in II. an anderen Stellen vorkommt, ist durch Einfluss der LXX (^0scopa)hier hineingesetzt. Die Namen in 1, 14 lauten: ,אשתר, ארמת, רמוס ,(oder כרגשי (ברגשי תרשיש, מפריא, סעוכן. Im ersten, vierten und sechsten Namen liegt ebenfalls Cousonantenumsfcellung vor, ausserdem ist im 6-ten י aus ג corrumpiert. Der dritte setzt das hebr. אדסתא voraus, da im syr. ד sehr häufig zu ר verschrieben wird. Im 2. Namen ist א vorgeschlagen. Das ע im 7-ten Namen ist aus מ entstanden, um ihn dem griech. Mou^atov anzupassen.