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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1903-01-01 · Heft 3 · p. Seite 202

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
47 (1903)
Issue
Heft 3
Article
Zur Kritik des griechischen und massoretischen Buches Esther
Date
1903-01-01
Page
Seite 202 (sequence 2)
Language
German
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202 2ur Kritik des griechischen und massoretisehon Buches Esther. 14 nicht hat, während sieh die andern Eigennamen bei ihnen vorfinden. Darnach ist nicht anzunebmen, dass Joseph, und Lucian diese Eigennamen willkürlich ausgelassen, sondern vielmehr, dass sie dieselben nicht vorgefunden haben, und das3 die Namen erst spater eingesetzt sind. Einsetzung von Eigennamen ist ja ein beliebtes Mittel, sagenhaften Erzählungen den Schein der Glaubwürdigkeit zu verleihen“ (p. NI). Und diese Eigennamen in 1, 10 u. 1, 14, sind nicht auf Grund einer Revision der LXX nach dem hebr. Text in erstere hineingokommen, sondern die Sache 8011 sich gerade umgekehrt verhalten. Ein jüdischer Interpolator soll die in dem hebr. Toxt 1, 10 u. 14 befindlichen Namen aus der LXX genommen haben, allerdings mit Corruption (Jahn p. 0 — 9). Also nach dem Zeitalter des Lucian, ä. b. im 4. Jhrh. nach Ohr. sollen diese Namen in den LXX״• Text eingesetzt sein. Da8 kann doch nur durch christliche Theologen geschehen sein. Welches Interesse sollten diese daran gehabt haben in 1, 10 n. 1, 14 Namen hincinzuschmuggcln? Und dazu sollen diese christl. Theologen nicht die ihnen bereits aus dem A. T. bekannten Namen benutzt haben, sondern da sie nach Jahn so gut die semitischen Sprachen beherrschten, so war 08 ihnen eine Leichtigkeit selbst semitische Namen zu erfinden, Namen, die in Wirklichkeit nie existiert haben. Die Juden dagegen sollen nichts mehr vom Semitischen verstanden haben, trotzdem gerade in jener Zeit in Palästina der paiästincnsische Talmud lind in Babylon der babylonische Talmud entstand, und da nun die Juden zufällig auf denselben Einfall gekommen sind, gleichfalls in 1, 10 u. 1, 14 Namen einzusetzen, so waren sie zu geistesarm und zu trüg, die ihnen aus dem A. T. oder aus dem täglichen Leben bekannten Eigennamen zu verwerten, sondern zufällig hatten sie gehört, dass in der LXX bereits welche vorhanden waren, und da gab es für sie nichts Bequemeres als die LXX vorzunehmen. Aber sie konnten das Griechische sehr schlecht lesen und 80 wurden diese Nomen corrumpiert. Sie begnügten sich nicht mit den griechischen Namen; sie glaubten, der hebräische Text würde an Werth gewinnen, wenn er in der Anzahl der Namen den LXX-Text überbiete, und 80 finden wir in H. 10, 14 sieben Namen statt der griechischen vier. Eigenthümlieh ist bei dieser Theorie*• auch der Umstand, dass bereits um 100 nach Chr. die LXX nicht mehr das Vertrauen der Juden genoss, 60 dass damals der zum Judenthum übergetre*»

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