Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 47 (1903)
- Issue
- Heft 3
- Article
- Die Wiederherstellung Israels unter den Achämeniden
- Date
- 1903-01-01
- Page
- Seite 199 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 95% known words query
- IRI
…/2829132-2829768-2829772-2884550--32010-2884572- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
Die Wiederherstellung Israels unter den AchämeiiHen, 199 (V. 13.) die Leviten als Vortragende nuftreten, wenn es ihm doch, wie Kosters behauptet, nur darum zu thun war, seine Schoosskinder, die Leviten, überall Anteil nehmen zu lassen? Ferner sagt Kosters (a. a. 0. 74.) ״Vers. 4 a, 5 gehört vor Vers 3. Der Bericht, dass Esra aut einem hölzernen Stuhle stand, das Buch öffnete und hierauf das ganze Volk aufstehen liess, muss natürlich der Mittheilung vorangegangen sein, dass er vom Morgen bis zum Mittag vorlas. Die ur-״ sprüngliche Erzählung wird gewesen sein 1, 4 a, f>, 3,tt Allein die vorgeschlagene Umstellung ist durchaus nicht crforderlich. Die Satzfolge ist hier nämlich eine 80hr einfache. In Vers 3 wird zuerst als Ergänzung von Vers 2, die .Haupt- Handlung Esras in Kurzem geschildert. Von Vors 4 an aber wird dann der ganze Vorgang im Einzelnen geschildert. Eine derartige Darstellung ist nicht selten. Gesetzt aber auch, wir hätten es hier wirklich mit einer stilistischen Unregelmässigkeit zu thun, müsste diese dann durchwegs vom Chronisten stammen? Was sollte denn gerade den Chronisten bewogen haben, die natürliche Reihenfolge der Verse um zu stellen? Kosters fährt fort: ״Nach Vers 5 muss etwas ausgcfallen sein. Bevor Esra Jahve preist und das Volk hierauf Amen, Amen, antwortet, (V. 6.) muss das Volk erklärt haben, das Gesetz als Gottesgesetz anzunehmen. Dies vermissen wir in der Erzählung. Ganz natürlich; der Redactor sah hier nicht die Einführung eines neuen Gesetzbuches, da nach ihm alle Gesetze von Moses waren, und konnte also, was hier von der Annahme eines neuen Gesetzes durch das Volk, erzählt gewesen sein mag, nicht hierher setzen Dom gegenüber muss man sich unwillkürlich fragen, was Kosters sich eigentlich dabei gedacht hat, als er solchen Widersinn niederschrieb : Dass Esra das Gesetzbuch nioht als ein von ihm selbst verfasstes, sondern als ein von Moses herrührendes dem Volke übergab, ist־ ja doch aus jedem Verse des Priestercodex ersichtlich. Was konnte also zwischen Vers 5 und 6 gestanden haben? Doch nichts anderes, als dass Esra zum Volke sagte x Ich übergebe Euch hienait das Gesetzbuch Gottes durch Mopes, welches durch den gottlosen Lebenswandel Euerer Väter bei ihnen in Vergessenheit gerathen war u. s. w.: Aus welchem Grunde nun sollte der