Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 47 (1903)
- Issue
- Heft 3
- Article
- Die Wiederherstellung Israels unter den Achämeniden
- Date
- 1903-01-01
- Page
- Seite 195 (sequence 3)
- Language
- German
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Die Wiederherstellung Israels unter den Achämonidon. ly)5 tiof gesunkenen geistigen Niveaus, auf dem das Volk damals stand, einen grossen und nachhaltigen Erfolg versprochen. In der That wurde Nch. in der Hoffnung nicht getäuscht. Während der Feiertage des Tischri befasste man sich ausschliesslich mit der Einprägung der Gesetze und der prakti8cl1cn Ausführung derselben (is). Sogleich nach dem letzten Feiertage hat die feierliche, die Anwesenden tief erschütternde Bundesschliessung und Verpflichtung auf das Gesetz stattgefuiidcn (Ü—10), und erst nachher schritt man zur Ausführung der socialen und nationalen Maassrcgeln, zur Einwcihung der Mauer und zur Vermehrung des Zuzugs nach Jerusalem (11—12). Von den Memoiren Neh.s, dio mit Nein o. 7 abbrechen, werden in den letzten Capiteln noch zwei Fragmente mitgetheilt, die aber zeitlich von einander weit entfernt liegen. Das erste Bruchstück enthält den Bericht über dio Mauereinweihung (12, 27 — 44), das zweito findet sicli Neh. 13, .1—31. Das erste kann wenigstens insofern als eine abgeschlossene Erzählung gelten, als sein Inhalt einen selbständigen Bericht enthält. Das zweite hingegen hat keinen Anfang, und es lässt sieh nicht einmal vermuthen, was vorher berichtet war. Sicher aber ist, dass es auf die Zeit nach der Rückkehr Nehemias aus Persien (Noh. 13, <>) sicli bezieht. Allein gerade diese unüberbrüekten Klüfte, die selbst dem naivsten Leser aullallen müssen, bowoisen aufs Fntschiedenste die Treue und Gewissenhaftigkeit des Compilators. XV. Die Geschichtlichkeit der Berichte in den Memoiren Nehemias. In geschichtlicher Hinsicht sind die Memoiren Nehem. besser als alle anderen Tlieilc beider Bücher davon gekommen. Nur einige Partien werden als spätere Interpolationen angesehen. Sonst bleibt der Hauptkorn des Berichtes von Neh. 1—7 unversehrt. — Von dem unwissenschaftlichen Vorgehen Torreys, dessen Behauptungen jeder Begründung enthehren oder wie Meyer (Gesell, a. Alt.) sagt, ״die das Resultat einer verhängnisvollen Phantasie sind“, soll hier ganz abgesehen werden. — Nicht viel mehr Beachtung verdient Hugo Wincklors Quellenschoidung in den Memoiren von Neh. c. 17—־. Dass man auch in einem so unschuldigen Documento wie in Neh. 2, 1 einst mythologische Stoffe wie Marduks Frühlingssonnenerwachen suchen und finden wird, hat vor Hugo Winckler gewiss kein Mensch geglaubt. Was soll man 13*