Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 47 (1903)
- Issue
- Heft 3
- Article
- Die Wiederherstellung Israels unter den Achämeniden
- Date
- 1903-01-01
- Page
- Seite 196 (sequence 4)
- Language
- German
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196 Die Wiederherstellung Israels unter den Achämeniden. ferner dazu sagen, wenn Hugo Win ekler behauptet, dass Tobia und Sanballnth (Nell. 2, 19) Juden, und zwar Nachkommen der Familien Perez und Schual aus Bethlehem (Neh. 3, 35 ״אם יעלה שועל ופרץ״) waren und sich daher als in Jerusalem zurückgebliebene Davididen ein Vorrecht vor den nach Babylon Ausgewanderten Davididen der Dynastie Jojakim8 zuschrieben, und dass sie, besonders weil Serubabel. der letzte Nachkomme der Jojakimdvnastie, nicht mehr lebte, das Scepter der Hand Nehemias und des Hohenpriesters entreissen zu dürfen glaubten?1) Nicht einmal die Person Esras gilt Hugo Winckler als sicher historisch (Vrgl. Forschungen III 1, 1901, KAT. 1902, 290 ff). Winckler und auch Marquart meinen ferner : Neh. könne nicht Hofmundschenk gewesen sein, weil zu diesem Amt bloss Perser genommen wurden. Nun berichtet zwar Ktesias, dass die Eunuchen und die Mundschenke fast nur Ausländer waren; dem gegenüber meint aber Marquart: das stimme bloss für die späteren Perserkönige, nicht aber für die älteren. Den Beweis für diese aus der Luft gegriffene Behauptung ist er natürlich schuldig geblieben. Bertholet (Marti 1902) fragt weiter : Wieso noch jüdischem oder persischem Kalender, die beide mit Nissan beginnen, der Kislew und der nachfolgende Nissan beide in das zwanzigste Jahr gehören können. (Neh. 1, 1. 2, 1). Er glaubt darum eines der beiden שנה עשרים״, als Glosse ansehen zu müssen. Dazu aber liegt eine Noth- Wendigkeit nicht vor. Es ist auch sonst nicht eben selten der Beginn des Jahres von Tischri an neben demjenigen von Nissan gezählt worden. So wird z. B. in Jerem. 52, 2830—־ vom siebenten, achtzehnten und dreiundz wanzigsten Regierungsjahr Nabochodonozors berichtet. In II Kön. 24, 12 aber wird der erste Act (Jerem. 52, 28) in das achte, der zweite (Jerem. 52, 29) von Jerem. (52, 12) selbst in das neunzehnte Regierungsjahr Nabochodonozors verlegt. Hier sehen wir deutlich, dass beide Kalender promiscuc neben einander gebraucht wurden. Wir haben schon oben betont-, dass man kein Rocht *) Alle diese Dinge sind nicht spasshaft gemeint, sondern bekanntlich ״die wirklich gesicherten Resultate“ der neuesten Untersuchungon der Beziehungen zwischen Keilschriften und Altes Testament (Vrgl. KAT. 1902, Vorrede). Siehe dagegen Forschungen II, 2, 228 ff, 1899, wo er derselbe Winckler ganz entgegengesetzte Behauptungen über Sanbaliat aufgestellt hat.